Trotz Sanktionen US-Ölausrüster Schlumberger will Russlands Marktführer übernehmen

Neue US-Sanktionen bedrohen die deutsch-russische Ostseepipeline Nord Stream. Der amerikanische Konzern Schlumberger baut indes unverdrossen seine Position in Russland aus.

Ölförderung in Russland
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Ölförderung in Russland


Ein halbes Jahr nach dem Regierungswechsel in den USA unternimmt der Ölfeldausrüster Schlumberger einen zweiten Anlauf zur Übernahme des russischen Branchenführers Eurasia Drilling Co Ltd (EDC). Dieser gab den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an den Weltmarktführer Schlumberger bekannt.

Kommt der Deal zustande, wäre es der erste Zukauf eines amerikanischen Konzerns in der Branche auf dem russischen Markt seit der Verhängung von Sanktionen im Zuge der Ukrainekrise 2014. Seitdem ist westlichen Firmen die Lieferung von Technologien zur Erschließung neuer Ölquellen an Russland verboten.

Inzwischen ist der frühere Ölmanager Rex Tillerson US-Außenminister. In dieser Position ist der ehemalige Chef von Exxon Mobil mit dafür zuständig, Entscheidungen über Sanktionen zu treffen. Er gilt als Russland prinzipiell freundlich gesinnt.

Zuletzt hatte der US-Senat neue Sanktionen gegen Russland beschlossen. Insbesondere die namentliche Nennung der deutsch-russischen Ostseepipeline Nord Stream durch den US-Senat sorgt in der deutschen Wirtschaft und der Bundesregierung für Unruhe.

Um Gesetzeskraft zu erlangen, muss die Vorlage allerdings noch das Repräsentantenhaus passieren und von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet werden.

Schlumbergers erster Übernahmeversuch bei EDC war im Jahr 2015 daran gescheitert, dass die zuständige Behörde ihre Zustimmung mehrfach verschob. Damals wollte der US-Konzern knapp 46 Prozent der EDC-Anteile für 1,7 Milliarden Dollar kaufen.

beb/Reuters

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