Schmiergeldaffäre Gribkowsky forderte Millionen für Formel-1-Verkauf

Ein Brief bringt Gerhard Gribkowsky in Bedrängnis: Der frühere Bayern-LB-Vorstand hat demnach von der Bank einen Millionenbonus für seine Arbeit beim Verkauf der Formel-1-Anteile gefordert - vergeblich. Später soll er aus anderen Quellen Schmiergeld erhalten haben.
Ex-Manager Gribkowsky: Millionenbonus für Formel-1-Verkauf?

Ex-Manager Gribkowsky: Millionenbonus für Formel-1-Verkauf?

Foto: Alexandra Beier/ Getty Images

München - Gerhard Gribkowsky hat von der BayernLB einen Millionenbonus für seine Arbeit beim Verkauf der Formel-1-Anteile gefordert. Das geht aus einem Brief hervor, den der Vorsitzende Richter Peter Noll am Freitag im Gribkowsky-Prozess vorlas.

Gribkowsky, früher Vorstand der Bayern LB, hat demnach dem damaligen Bankchef Werner Schmidt 2005 die Sonderprämie vorgeschlagen. Je nach Höhe des erzielten Kaufpreises für die Formel-1-Anteile der Bank hielt der Manager einen Bonus von 1 bis 1,5 Prozent für angemessen. Bei dem tatsächlich erzielten Kaufpreis von 840 Millionen Dollar hätte Gribkowsky somit mehr als zehn Millionen Dollar als Prämie kassiert. Die BayernLB zahlte diesen Bonus aber nicht.

Der Vorstand habe damals keine Extrazahlungen als Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter für das Formel-1-Geschäft vorgesehen, sagte Dieter Burgmer, der dem Gremium damals angehörte, als Zeuge vor Gericht. Der Kaufpreis, den Gribkowsky für den Verkauf der Anteile an den britischen Finanzinvestor CVC im Jahr 2006 erzielte, sei aber sehr gut gewesen. "Die Summe, die dabei herauskam, übertraf alles, was wir bis dahin für möglich gehalten hatten", sagte Burgmer. Andere Interessenten hätten wesentlich weniger als 840 Millionen Dollar geboten.

In dem Prozess muss sich Gribkowsky seit Montag wegen Untreue und Bestechlichkeit verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft Gribkowsky vor, bei dem Deal gut 32 Millionen Euro Schmiergeld kassiert zu haben. Das Geld soll von dem schillernden Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gekommen sein, der mit CVC besser zusammenarbeiten konnte als mit der BayernLB, die ihn Zeugenaussagen zufolge zeitweise mit Rauswurf gedroht hatte.

Wegen der versteckten Provisionen soll Gribkowsky die CVC-Offerte durchgeboxt haben, ohne Alternativen zu prüfen. Neben Bestechlichkeit wird dem Ex-Banker Untreue und Steuerhinterziehung zur Last gelegt. In dem Verfahren sollen noch Dutzende Zeugen vernommen werden, darunter im November auch Ecclestone. Ein Urteil wird nicht vor Anfang 2012 erwartet.

ssu/dpa/Reuters