Schon wieder neuer Retter Chinesischer Autohändler soll Saab vor Aus bewahren

Schon mehrmals drohte dem schwedischen Autohersteller Saab das Aus, und bereits zweimal sprangen Investoren ab. Nun präsentiert Eigentümer Spyker einen neuen Retter: Der chinesische Autohändler Pang Da soll die Marke vor dem Niedergang retten.

Saab-Werk in Schweden: Gesamtverlust von 218 Millionen Euro
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Saab-Werk in Schweden: Gesamtverlust von 218 Millionen Euro


Stockholm - Ist es diesmal wirklich die Rettung oder wieder nur ein kurzer Hoffnungsschimmer? Der akut vom Aus bedrohte Autohersteller Saab hat zum zweiten Mal einen Partner aus China als möglichen Retter präsentiert. Der chinesische Autohändler Pang Da werde dringend benötigtes Kapital zum Wiederanlaufen der Saab-Produktion beisteuern, teilte die niederländische Saab-Mutter Spyker Cars mit.

Pang Da werde innerhalb von 30 Tagen zunächst 30 Millionen Euro und danach "unter gewissen Bedingungen" weitere 15 Millionen Euro bereitstellen, hieß es. Mittelfristig wolle das chinesische Unternehmen dann für 65 Millionen Euro 24 Prozent der Spyker-Aktien übernehmen. Laut Spyker will Pang Da zudem in China im großen Stil Saab-Produkte verkaufen. Langfristig wolle man eine speziell für China entwickelte Marke auf Basis von Saab-Modellen anbieten.

Der Autohändler Pang Da, der in China unter anderem die Marken Volkswagen, Audi, Mercedes, Toyota, Honda und Subaru vertreibt, war Ende April als erster Autohändler der Volksrepublik an die Börse gegangen. Mit einem Volumen von rund einer Milliarde US-Dollar (700 Millionen Euro) war es der zweitgrößte Börsengang in China in diesem Jahr.

In Schweden wurden die neuen Nachrichten aber zurückhaltend aufgenommen. Denn zwei ähnliche Rettungsanläufe des früheren Spyker- und jetzigen Saab-Chefs Victor Muller waren bereits gescheitert. So hatte Muller vor zwei Wochen eine Einigung mit dem Autohersteller Hawtai aus Peking verkündet, das Unternehmen zog seine Zusagen aber wenig später wieder zurück. Ähnlich war es Muller mit einem russischen Bankier ergangen.

Im westschwedischen Saab-Werk Trollhättan mit 3500 Beschäftigten werden seit Anfang April wegen Geldmangels keine Autos mehr gebaut. Im vergangenen Jahr liefen in der Fabrik nur noch 32.000 Neuwagen vom Band.

mmq/dpa-AFX



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