Schuldenkrise bei MGM "James Bond"-Studio muss Pleite anmelden

MGM ist pleite: Das Hollywood-Studio mit dem brüllenden Löwen im Logo meldet Insolvenz an. Es steht bei Gläubigern mit rund vier Milliarden Dollar in der Kreide - hofft aber dennoch auf einen Neuanfang.

MGM-Tower in Los Angeles: Darbende Hollywood-Legende
AFP

MGM-Tower in Los Angeles: Darbende Hollywood-Legende


New York/Los Angeles - Der Löwe brüllt nicht mehr - zumindest vorerst: Das legendäre Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer, besser bekannt unter seinem Kürzel MGM, ist unter seiner Schuldenlast zusammengebrochen. Am Mittwoch beantragte das Unternehmen vor einem Gericht in Manhattan die Insolvenz.

Nach den Hoffnungen der Studiobosse soll dies jedoch nicht das Ende bedeuteten, sondern den Weg für einen Neuanfang freimachen. Unter dem Schutz des US-Insolvenzrechts will sich MGM vor allem seiner rund vier Milliarden Dollar hohen Schulden entledigen. Anschließend will MGM mit der Produktionsfirma Spyglass Entertainment fusionieren.

Den Schritt hatten die Gläubiger selbst erst vor wenigen Tagen abgenickt. MGM versucht schon seit gut einem Jahr, durch einen Selbstverkauf aus den Schulden zu kommen.

Für Unruhe hatte zuletzt noch der milliardenschwere Investor Carl Icahn gesorgt. Er hatte zunächst darauf gedrungen, dass MGM mit der Produktionsgesellschaft Lions Gate zusammengeht. Icahn hält dort Anteile ebenso wie bei MGM. Vergangene Woche schwenkte er jedoch überraschend zu einer Lösung mit Spyglass um. Lions Gate reichte daraufhin Klage gegen Icahn ein. Der Milliardär habe die Aktionäre irregeleitet, hieß es zur Begründung.

Aus dem Hause MGM stammen unter anderen die "James Bond"-Filme. Der 23. Teil der Saga verzögert sich wegen des Überlebenskampfs immer weiter. Der Schatz von MGM ist Hollywoods größte Filmsammlung mit mehr als 4000 Titeln, darunter Klassiker wie "Rocky", "The Wizard of Oz" oder "Manche mögen's heiß". Zuletzt produzierte MGM nur noch wenige Filme im Jahr.

Das Studio gehört eigentlich einer Gruppe von Finanzinvestoren und Medienunternehmen, darunter der japanische Elektronikkonzern Sony und der Kabelanbieter Comcast. Sie hatten MGM 2005 für fünf Milliarden Dollar übernommen und dafür einen Kredit aufgenommen. Wie bei solchen Geschäften üblich, bürdeten sie dem Zukauf die Schulden auf.

ssu/dapd/dpa



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
Klo, 03.11.2010
1. ...
Zitat von sysopMGM ist pleite: Das Hollywood-Studie mit dem brüllenden Löwen im Logo meldet Insolvenz an. Es steht bei Gläubigern mir rund vier Milliarden Dollar in der Kreide - hofft aber dennoch auf einen Neuanfang. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,727043,00.html
Gibt es in Ameristan eigentlich noch irgendetwas was nicht zusammenbricht?
silenced 03.11.2010
2. <->
---Zitat von www.spiegel.de--- Sie hatten MGM 2005 für fünf Milliarden Dollar übernommen und dafür einen Kredit aufgenommen. *Wie bei solchen Geschäften üblich, bürdeten sie dem Zukauf die Schulden auf.* ---Zitatende--- Man kennt die Ursachen, man kennt die Schuldigen, nur geändert wird am 'System' nichts. Genial.
blackcyclist2010 03.11.2010
3. Wie haben die das geschafft?
Die Filme werden ja schon irgendwie immer teurer, aber eigentlich waren die Gewinnspannen so schlecht auch nicht. Wo hat denn MGM jetzt eigentlich gepennt? Die müssen doch auch DVD-Verkäufen Unmengen von Geld verdient haben. Vielleicht mal kleinere Brötchen backen.
Mr. XXX 03.11.2010
4. xxx
Zitat von KloGibt es in Ameristan eigentlich noch irgendetwas was nicht zusammenbricht?
Die "Wall-Straße"...?
ohne_sorge 03.11.2010
5. Kein Titel
Zitat von blackcyclist2010Die Filme werden ja schon irgendwie immer teurer, aber eigentlich waren die Gewinnspannen so schlecht auch nicht. Wo hat denn MGM jetzt eigentlich gepennt? Die müssen doch auch DVD-Verkäufen Unmengen von Geld verdient haben. Vielleicht mal kleinere Brötchen backen.
Die haben nicht gepennt, sondern wurden nur zu einem überteuerten Preis gekauft und müssen den Kaupfreis + "kleinere" Zinsen jetzt abzahlen (klassische Hedgefondsstrategie). Eine Milliarde Tilgung haben sie ja schon geschafft, was ich dann seit 2005 auch nicht schlecht finde. Jetzt scheinen aber die "kleinen" Zinsen etwas viel geworden zu sein...
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