Schuldenkrise Europa zieht Asiens Börsen nach unten

Die Schuldenkrise der Euro-Zone greift auf Asiens Börsen über: Nach teils massiven Verlusten in Europa rutscht der japanische Nikkei-Index unter 9000 Punkte. Investoren stürzen sich aufs Gold - und treiben den Preis für die Feinunze erstmals auf mehr als 1800 Dollar.

Händler an der Tokioter Börse: Dollar verliert zunehmend gegenüber dem Yen
REUTERS

Händler an der Tokioter Börse: Dollar verliert zunehmend gegenüber dem Yen


Tokio - Die Furcht vor einer Ausweitung der Schuldenkrise hat sich wieder Bahn gebrochen: Nach den teils massiven Verlusten in Europa und an der Wall Street gab es auch am Tokioter Aktienmarkt wieder Verluste. Der Nikkei-Index der 225 führenden japanischen Werte verlor zeitweise 2,3 Prozent - und rutschte damit unter die Marke von 9000 Punkten. Vor dem Beginn des weltweiten Kursrutschs an den Aktienmärkten hatte der Nikkei Chart zeigen noch über der Marke von 10.000 Zählern gestanden. Im weiteren Handelsverlauf stabilisierte sich der japanische Leitindex jedoch. Er schloss 0,6 Prozent im Minus bei 8981 Punkten.

Händler erklärten den Verlust mit den Marktspekulationen in Europa: Im Mittelpunkt standen eine mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs sowie Finanzprobleme der französischen Großbank Société Générale (SocGen) Chart zeigen - obwohl beides entschieden dementiert wurde. SocGen-Chef Frederic Oudea bezeichnete die Gerüchte in einem Interview des Senders CNBC als "absoluten Müll".

In Europa und den USA waren die Märkte am Mittwochnachmittag beziehungsweise -abend trotzdem abgestürzt. So fiel beispielsweise der Dax Chart zeigen den elften Tag in Folge - und verbuchte damit mittlerweile ein Gesamtminus von 24 Prozent. Allein am Mittwoch war der deutsche Leitindex innerhalb weniger Stunden um fünf Prozent auf 5613 Punkte abgesackt. Nicht viel besser sah es beim Dow Jones Chart zeigenaus, der mehr als 500 Punkte oder 4,6 Prozent auf 10.719 abrutschte - seit dem 21. Juli büßte das wichtigste Börsenbarometer der Welt damit knapp 16 Prozent ein.

Gold so teuer wie nie

Der Dollar verlor gegenüber dem japanischen Yen weiter an Wert und näherte sich historischen Tiefstständen. Viele Experten gehen davon aus, dass die japanische Regierung deshalb bald wieder am Devisenmarkt eingreifen wird. Zuletzt hatte sie das vergangene Woche getan - der Effekt verpuffte allerdings unter anderem wegen der Abstufung der Vereinigten Staaten durch die Rating-Agentur Standard & Poor's wieder rasch.

Die Flucht aus dem Dollar Chart zeigen und dem Euro Chart zeigen sowie die fallenden Aktienkurse sorgten für einen neuen Höchststand beim Gold Chart zeigen. Der Goldpreis stieg dabei erstmals über 1800 Dollar, fiel aber später wieder zurück.

yes/dpa-AFX/Reuters



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