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09. November 2018, 11:42 Uhr

Schuldenkrise in Italien

Banken pumpen frisches Geld in Italiens Rettungsfonds

Die fünf größten italienischen Geldhäuser treffen offenbar konkrete Vorkehrungen für den Ausbruch einer schweren Bankenkrise: Sie zahlen Milliarden in einen Bankenrettungsfonds.

Insgesamt 2,75 Milliarden Euro wollen italienische Geldinstitute in den italienischen Bankenrettungsfonds einzahlen, um im Fall von Marktturbulenzen kleineren Banken unter die Arme greifen zu können. Das berichtete die Zeitung "Il Messaggero". Intesa Sanpaolo, UniCredit, Banco BPM, Ubi Banca und Banca Monte dei Paschi di Siena hätten sich bereit erklärt, jeweils 550 Millionen Euro beizusteuern. Intesa Sanpaolo wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Die anderen Banken waren für Stellungnahmen zunächst nicht zu erreichen.

Die Kapitalausstattung von Italiens Banken ist jüngst wieder in den Fokus von Experten und der Märkte geraten. Hintergrund ist der Streit der EU-Kommission mit Italien über den Haushaltsentwurf des Landes. Er sieht eine höhere Neuverschuldung vor, was die EU-Kommission ablehnt. Der Streit darüber hat an den Finanzmärkten zu massiven Verkäufen italienischer Staatsanleihen geführt. Das belastet die Banken, die laut Europäischer Zentralbank heimische Staatstitel im Wert von insgesamt etwa 375 Milliarden Euro in ihren Bilanzen haben.

Wie die Zeitung berichtete, erwägen auch andere Banken, sich an dem Rettungsfonds zu beteiligen. Dieser kann im Fall eines Zusammenbruchs einer Bank Einlagen bis 100.000 Euro garantieren.

rol/Reuters

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