Schuldenkrise Rating-Agentur Moody's wertet italienische Staatsanleihen ab

Neuer Rückschlag für das hochverschuldete Italien: Die Rating-Agentur Moody's hat Staatsanleihen des Eurolandes abgewertet. Die Verbindlichkeiten seien zu hoch, die wirtschaftlichen Aussichten zu schlecht. Premier Berlusconi versucht zu beschwichtigen.


Frankfurt/Main - Die Rating-Agentur Moody's hat am Dienstagabend das Rating für italienische Staatsanleihen von "Aa2" auf "A2" mit negativem Ausblick gesenkt. Die Analysten begründeten die Abstufung mit wirtschaftlichen Unsicherheiten und mit Zweifeln an der langfristigen Refinanzierbarkeit der italienischen Staatsschulden.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro. Das entspricht 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung - daran gemessen ist nur Griechenland in der Euro-Zone höher verschuldet.

Für dieses Jahr erwartet die Regierung in Rom eine Neuverschuldung von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2012 soll das Defizit auf 1,4 Prozent fallen. Für das Jahr 2013 peilt die Regierug Berlusconi einen ausgeglichenen Haushalt an - die Analysten von Moody's bezweifeln jedoch, dass Italien sich so schnell erholen kann.

Italiens Premier Silvio Berlusconi versuchte zu beschwichtigen: Man habe mit der Abstufung durch Moody's gerechnet. Die Regierung unternehme alle Anstrengungen, um den Haushalt zu sanieren. Erst im September hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft.

usp/dpa/AP



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.