Schuldenkrise Rating-Agentur stuft Portugal herab

Die Finanzkraft schwindet und die Wachstumsaussichten sind gering: Mit dieser Begründung hat die Rating-Agentur Moody's die Kreditwürdigkeit Portugals abgewertet. Die Regierung in Lissabon spricht trotzdem von einem Vertrauenssignal - immerhin seien keine weiteren Abstufungen zu erwarten.


London/Lissabon - Die Rating-Agentur Moody's korrigiert ihre Beurteilung der Kreditwürdigkeit Portugals um zwei Noten nach unten. Der Wert sinke von "Aa2" auf "A1", teilte die Agentur am Dienstag in London mit. Grund seien die relativ schwachen Wachstumsperspektiven des Landes, zudem dürfte sich die Finanzkraft des Landes mittelfristig abschwächen.

Mit der Einstufung als "A1" gilt die Anlage in portugiesische Staatsanleihen als sicher, sofern keine unvorhergesehenen Ereignisse auftreten. Die Note kann allerdings bedeuten, dass das Land an den Märkten künftig höhere Zinszahlungen versprechen muss, um an frisches Geld zu kommen.

Moody's-Vizepräsident Anthony Thomas sagte, Portugal genieße weiterhin eine hohe Kreditwürdigkeit und habe außerdem nun einen stabilen Ausblick. Innerhalb der kommenden zwölf Monate sei keine Änderung der Note geplant. Laut Moody's seien die Sparziele der Regierung für dieses Jahr zwar realistisch. Im kommenden Jahr würden jedoch voraussichtlich weitere Maßnahmen nötig, um die Sparziele einzuhalten

Das Finanzministerium in Lissabon erklärte, der Schritt sei an den Märkten erwartet worden und die Bewertung entspreche jetzt den Bonitätsnoten der anderen Agenturen. Durch den stabilen Ausblick habe die Agentur dem Land und seiner Wirtschaftspolitik sogar "ein Vertrauenssignal gegeben".

Der Euro reagierte mit geringen Verlusten, auch sonst hielten sich die Auswirkungen an den Märkten in Grenzen.

jok/dpa/Reuters



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