Schutz vor Abzocke Regierung nimmt freie Finanzberater an die Kandare

Hohe Provisionen, niedrige Hürden: Der sogenannte Graue Kapitalmarkt war bislang ein Paradies für Abzocker. Nun plant die Bundesregierung strengere Vorschriften - vor allem für freie Finanzberater. Doch eine zentrale Forderung von Verbraucherschützern bleibt unerfüllt.

Finanzvertreter: Hoher Schaden durch unseriöse Angebote
Corbis

Finanzvertreter: Hoher Schaden durch unseriöse Angebote


Berlin - Auf bis zu 30 Millionen Euro schätzen Experten den Schaden, der Anlegern bislang auf dem sogenannten Grauen Kapitalmarkt entsteht. Dieser ist bislang kaum reguliert, rund 80.000 freie Vermittler werben mit oftmals unseriösen Angeboten um Kundschaft.

Das soll sich nun ändern: Nach Monate langem Streit haben sich Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) auf einen Gesetzentwurf für strengere Regeln verständigt.

Für die freien Finanzberater sollen bald strengere Regeln gelten. Genau wie Banker sollen sie ihre Provisionen offenlegen, Beratungsprotokolle erstellen und ihren Kunden kurze, verständliche Informationsblätter zu empfohlenen Produkten aushändigen. Sie sollen zudem eine Berufshaftpflicht vorweisen können und ihre thematischen Kenntnisse in einer Prüfung nachweisen. Laut Wirtschaftsministerium gelten damit "künftig für den Vertrieb von Finanzprodukten die gleichen Spielregeln für Banken und freie Vermittler."

Eine zentralen Forderung von Verbraucherschützern blieb jedoch unerfüllt. Ihrer Meinung nach sollte der Graumarkt wie andere Finanzmärkte künftig von der Finanzaufsicht BaFin kontrolliert werden. Laut dem Gesetzentwurf werden jedoch die Gewerbeaufsichtsämter zuständig sein. Experten kritisieren, damit seien Behörden zuständig, die sich sonst etwa um die Hygiene in Gaststätten oder illegal entsorgten Müll kümmerten. Die Gewerbeämter hätten weder die Zeit, noch die Ausstattung und die Kompetenz, um den Verkauf von hochsensiblen Finanzprodukten zu überwachen.

dab/AFP/dpa-AFX



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
juergw. 17.02.2011
1. Lächerlich...
Zitat von sysopHohe*Provisionen, niedrige Hürden: Der sogenannte Graue Kapitalmarkt war bislang ein Paradies für Abzocker. Nun*plant die Bundesregierung strengere Vorschriften. Doch eine zentrale Forderung von Verbraucherschützern bleibt*unerfüllt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,746174,00.html
Die Gewerbeaufsicht!In Berlin sind die ein paar Hansel jetzt schon mit ihren Aufgaben überfordert-bei der dünnen Personaldecke.Was macht eigendlich die BaFin ????Wärmestube für ehemalige Banker ??Da können ja die grauen Finanzhaie weiter ihre Opfer jagen.Maschmeier wirds freuen.
Geometretos 17.02.2011
2. .
"- Auf bis zu 30 Millionen Euro schätzen Experten den Schaden, der Anlegern bislang auf dem sogenannten Grauen Kapitalmarkt entsteht" Nur 30 Mio ?
woscha, 17.02.2011
3. Läppische Regelung
Zitat von sysopHohe*Provisionen, niedrige Hürden: Der sogenannte Graue Kapitalmarkt war bislang ein Paradies für Abzocker. Nun*plant die Bundesregierung strengere Vorschriften. Doch eine zentrale Forderung von Verbraucherschützern bleibt*unerfüllt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,746174,00.html
und bringt gar nichts. Das stoppt die gewissenlosen Drückerkolonnen in keinster Weise. Das Einzige, was etwas bringen würde, wäre eine Haftung, und zwar mit dem Privatvermögen des Beraters, für Falschberatung, ähnlich wie in der Sach - und Haftpflichtversicherung. Hätte zwar auch keine sofortige Wirkung, wäre aber zumindest für manche abschreckend, überhaupt in das Gewerbe einzusteigen. Außerdem gehört ein ( Kantscher ) Ehrenkodex her, in etwa : Berate die Leute so, wie wenn es sich um Dein Geld handeln würde. Und ein Verstoß gegen diesen Ehrenkodex müßte einklagbar sein. Stichwort Sittenwidrigkeit.
Mueller-Luedenscheid 17.02.2011
4. au weija
schon das an die "Kandarre" nehmen der Banker hat nur zu vorgefertigten Textbausteinen geführt die nichts, aber auch garnichts zugunsten des Kunden ändern. Er versteht sie nämlich ebenso wenig wie die "tollen Finanzprodukte" die man ihm andreht. Na ja, im Russischen bezeichnet man so etwas wie dieses "an die Kandarre nehmen" als "TUFTA" - "Technik usheta fiktivnoya truda" - Technik der Abrechnung fiktiver Arbeit, darum handelt es sich, um sonst nichts, m.a.W. viel Lärm um nichts. Der einzelne Drücker macht weiter weil er die Kohle braucht, von einem Job allein kann man schließlich nicht leben, und von Grundgehalt dieser "Drücker"auch nicht.
ReneMeinhardt, 17.02.2011
5. das problem sind nicht die finanzdienstleister
sondern die anleger selbst. sie produzieren den ihren eigenen schaden mit ihrer gier auf hohe erträge. wer sein vermögen an leute weitergibt, denen man nicht trauen sollte, kann nur selbst schuld haben.
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