Schwache US-Währung Euro knackt 1,50-Dollar-Marke

Es ist der höchste Stand seit August 2008: Der Euro kostete am Mittwoch zeitweise mehr als 1,50 Dollar. Damit hat die europäische Gemeinschaftswährung seit März rund 20 Prozent an Wert gewonnen.

Europäische Zentralbank: Die Währungshüter sehen die Euro-Stärke kritisch
REUTERS

Europäische Zentralbank: Die Währungshüter sehen die Euro-Stärke kritisch


Frankfurt am Main - Der Euro in Dollar wird immer stärker: Die europäische Gemeinschaftswährung knackte am Mittwoch die Marke von 1,50 Dollar in Euro . In der Spitze legte sie bis auf 1,5002 Dollar in Euro Chart zeigen zu.

Eine freundliche Eröffnung der US-Börsen nach positiven Unternehmensdaten trieb den Euro damit auf den höchsten Stand seit August 2008. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,4921 (Dienstag: 1,4971) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6702 (0,6680) Euro in Dollar .

Die europäische Gemeinschaftswährung hat sich zum Dollar seit März um rund 20 Prozent verteuert. Weil der Dollar im Gegenzug günstiger geworden ist, werden für Verbraucher unter anderem Reisen in die USA und Einkäufe in den Vereinigten Staaten billiger. Für Euro-Länder, die Waren in den Dollar-Raum verkaufen, ist ein starker Euro dagegen von Nachteil.

Auch deshalb hatten sich die Finanzminister der Euro-Länder und die EZB erst am Montag kritisch über die zunehmende Stärke des Euro geäußert. Sie fürchten zudem, die Erholung der Konjunktur könne durch Währungsturbulenzen behindert werden. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet warnte, zu starke Ausschläge der Wechselkurse schadeten der Wirtschaft: "Die überzogenen Schwankungen und die ungeordneten Bewegungen auf den Devisenmärkten sind voller negativer Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität."

böl/dpa-AFX

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quengelbengel 20.10.2009
1. was ist daran überraschend?
...es ist doch wohl jedem klar, dass die großen kriege nicht auf dem atomaren spielfeld, sondern auf den geldmärkten ausgetragen werden, oder glaubt noch jemand an zufälle? wenn die US-Regierung alle schulden durch die option auf weiteres geld-drucken absichert (sprich durch inflation), dann ist klar wohin das führt. kurzsichtig finde ich den ansatz, wir wären so sehr von der us-wirtschaft abhängig. man sollte das nicht überschätzen: € als leitwährung (auch an den ölmärkten) würde den amerikanern sicher nicht schmecken, aber wenn alle mitzögen? it's paytime - nachdem wir so viel schlechtes aus der ausgehöhlten amerikanischen un-kultur nach europa übernommen haben vielleicht mal eine chance uns zu emanzipieren und auf eigenen beinen zu stehen? also so lange es geht, so viel öl für billige dollar kaufen, wie möglich, und dann abwarten bis die fußfaulen amis kein benzin mehr im tank haben! danach technologien für regenerative energien an sie verkaufen (für noch mehr dollars) um schließlich den chinesen und russen die rohstoffe abzukaufen, die wir brauchen, um hier überhaupt über die runden zu kommen...
LiLiLi 20.10.2009
2. Einseitig
Die Ansicht der EZB ist mal wieder sehr einseitig. Man kann nicht am Leistungsbilanzdefizit der USA (u.a) die Krise festmachen und dan weiter darauf bauen, dass die USA den Dollar hoch hält, um Importe aus Europa zu begünstigen. Natürlich ist es im Interesse der USA Exporte zu fördern. Dies ist eigentlich im Interesse der Globalwirtschaft. Europa sollte sich darauf konzentrieren die Binnenkonjunktur zu födern, um vom Export unabhängig zu werden. Das geht natürlich nicht, wenn man das Vermögen weiter von unten nach oben und die Subventionen der Kleinen aber nicht der Großen kürzen will. Den Milchbauen 270 Mio Euro gibt und auf der anderen Seite 3% des BIP für Entwicklungshilfe ausgeben will. Neoliberale angebotsorientierte Wirtschaftspolitik im Lissabonner Vertrag, aber keine Sozialpolitik auf EU Ebene festhält. Die EZB ist eben auch nur die lange Hand der Exportwirtschaft.
Hartmut Dresia, 20.10.2009
3.
Zitat von sysopWeil der Dollar gegenüber dem Euro stetig an Wert verliert, bangen die Europäer um ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem US-Markt. Die langsam anziehende Konjunktur könnte so wieder ausgebremst werden - wie stabil ist Europas Konjunktur derzeit?
Gegenüber Juli 2009 stieg die Produktion von Gebrauchsgütern im August 2009 in der Eurozone um 5,3%. Erholung? Ja, etwas, doch entscheidend ist: In Deutschland stieg die Industrieproduktion im Monatsvergleich um 1,5 Prozent, aber im Jahresvergleich sank sie um 18,0 Prozent. (Produktion um 1,5% gestiegen und um 18,0% gesunken (http://www.plantor.de/2009/industrieproduktion-gestiegen-und-gesunken/)) Die Schwäche nun auf die USA zu schieben, das wäre zu billig. Denn nach wie vor ist der Binnenmarkt nicht in Ordnung, es wird kaum erneut gelingen, dass Deutschland sich auf Kosten anderer "gesundexportiert".
mr_smith 20.10.2009
4.
Zitat von sysopWeil der Dollar gegenüber dem Euro stetig an Wert verliert, bangen die Europäer um ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem US-Markt. Die langsam anziehende Konjunktur könnte so wieder ausgebremst werden - wie stabil ist Europas Konjunktur derzeit?
Welche langsam anziehende Konjunktur? Den US-Markt würde ich als Unternehmer erstmal abschreiben. Das tun ja bereits langsam die Chinesen, Russen, und Japaner und einige Arabische Länder. Sogar die Amis und die nicht MainStreamMedien wissen Bescheid: "Die »New York Post« titelte am Donnerstag, den 15. Oktober, dass der Dollar seinen Reservestatus an Yen und Euro verliere. Eine trockene, zutreffende Feststellung, die noch vor zwei Jahren für hysterisches Gelächter gesorgt hätte. Ein kleiner Artikel im »Independent«, so gut wie unbemerkt in der deutschen Presse geblieben, führte diese Entwicklung im Zeitraffertempo herbei: »The demise of the Dollar« (»Der Hingang des Dollar«). Seitdem spielt nicht nur der Goldpreis verrückt." http://info.kopp-verlag.de/news/blattschuss-auf-den-dollar.html Es deutet alles daraufhin, dass in den nächsten Jahren der Dollar verschwinden wird.
hansi99 20.10.2009
5. das trifft nicht zu, denn
Zitat von mr_smithWelche langsam anziehende Konjunktur? Den US-Markt würde ich als Unternehmer erstmal abschreiben. Das tun ja bereits langsam die Chinesen, Russen, und Japaner und einige Arabische Länder. Sogar die Amis und die nicht MainStreamMedien wissen Bescheid: "Die »New York Post« titelte am Donnerstag, den 15. Oktober, dass der Dollar seinen Reservestatus an Yen und Euro verliere. Eine trockene, zutreffende Feststellung, die noch vor zwei Jahren für hysterisches Gelächter gesorgt hätte. Ein kleiner Artikel im »Independent«, so gut wie unbemerkt in der deutschen Presse geblieben, führte diese Entwicklung im Zeitraffertempo herbei: »The demise of the Dollar« (»Der Hingang des Dollar«). Seitdem spielt nicht nur der Goldpreis verrückt." http://info.kopp-verlag.de/news/blattschuss-auf-den-dollar.html Es deutet alles daraufhin, dass in den nächsten Jahren der Dollar verschwinden wird.
die meisten Länder, China, Russland, die Ölförderer haben Unsummen im Dollar liegen. China 2.300.000.000.000US-$. Dazu werden heute noch weitere US-Staatsanleihen gekauft. Aus dem Dollarraum gesehen, steigt der Kurs des EUR und verteuert die Importe für Mercedes, BMW u.a. und das ist vielleicht das Ziel. Förderung der US-Wirtschaft.
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