Wechselkursschock Schweizer Notenbank macht 30 Milliarden Franken Minus

Die Schweizerische Nationalbank SNB leidet massiv unter der starken Währung des Landes. Nach der Abkopplung des Franken vom Euro muss sie ein Milliardenminus verkraften.
Fassade der Notenbank in Bern: Verlust auf "Fremdwährungspositionen"

Fassade der Notenbank in Bern: Verlust auf "Fremdwährungspositionen"

Foto: Peter Klaunzer/ dpa

Der Franken ist einfach zu stark: Das Aufwerten der eigenen Währung gegenüber Fremdwährungen hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einen Milliardenverlust eingebrockt. Für das erste Quartal weist die Notenbank ein Minus von rund 30 Milliarden Franken aus.

Grund ist der sogenannte Frankenschock Mitte Januar. Bis dahin hatte die Schweizer Notenbank die eigene Währung an den Euro gekoppelt und damit den Frankenkurs künstlich niedrig gehalten. Diese Linie gab die Notenbank Mitte Januar auf, die Folge war ein massiver Kurssprung: Der Franken verteuerte sich um rund 20 Prozent.

Mit dem höheren Kurs der eigenen Währung hat die Schweizer Notenbank nun zu kämpfen. Denn sie hält massenweise Anlagen, die in Fremdwährungen notiert sind - in Franken gerechnet ist ihr Wert erheblich gefallen.

"Der Verlust auf den Fremdwährungspositionen betrug 29,3 Milliarden Franken", teilte die SNB mit : "Auf dem Goldbestand resultierte ein Bewertungsverlust von einer Milliarde Franken." Das Ergebnis der Nationalbank sei überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig, heißt es weiter in der Mitteilung.

Prinzipiell verteidigt die SNB seit der Frankenfreigabe keine Kursuntergrenzen mehr. Zu Beginn der Woche aber gab es Hinweise, dass die Notenbank wieder in den Devisenmarkt eingegriffen haben könnte. Die Einlagen der Schweizer Banken bei der Nationalbank SNB sind binnen einer Woche stark gestiegen.

bos/Reuters
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