Milliardendeal Schweizer ABB-Konzern verkauft Stromnetzsparte an Hitachi

Der japanische Technikkonzern Hitachi übernimmt vom Schweizer Konkurrenten ABB die Mehrheit an dessen Stromnetzsparte. Ein Finanzinvestor hatte Druck gemacht.
ABB-Logo auf Schutzgitter

ABB-Logo auf Schutzgitter

Foto: Arnd Wiegmann/ REUTERS

Mit dem größten Bereichsverkauf in der Unternehmensgeschichte will sich der Elektrotechnikkonzern ABB neu aufstellen. Das Schweizer Unternehmen verkauft das Stromnetzgeschäft an den japanischen Konkurrenten Hitachi und erfüllt damit eine Forderung des aktivistischen Investors Cevian.

Die Stromnetzsparte kam 2017 mit rund 36.000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 10,4 Milliarden Dollar, ist aber weniger profitabel als die restlichen Konzernbereiche. Hitachi   übernimmt in einem ersten Schritt etwas mehr als 80 Prozent der Sparte von ABB und zahlt dafür 7,6 bis 7,8 Milliarden US-Dollar. Das Geld soll über Aktienrückkäufe oder ähnliche Transaktionen an die ABB-Aktionäre ausgeschüttet werden. ABB hat eine Option, auch noch die restlichen Anteile zu verkaufen.

ABB-Konzernchef Ulrich Spiesshofer hat dem Unternehmen ein milliardenschweres Sparprogramm verordnet und es stärker auf die Digitalisierung ausgerichtet. Doch obwohl ABB Trends wie erneuerbare Energie, Elektromobilität oder den zunehmenden Einsatz von Robotern bedient, hat das Wachstum bisher enttäuscht. Seit 2013 hat sich die ABB-Aktie   deutlich schlechter entwickelt als das Papier des deutschen Rivalen Siemens  .

ABB-Aktie legt zu

"Die heutige Ankündigung öffnet ein neues Kapitel in der Geschichte von ABB", sagte Verwaltungsratspräsident Peter Voser. Der Konzern wolle eine wettbewerbsfähige Rendite für die Aktionäre liefern. Die ABB-Aktien zogen vorbörslich um fast vier Prozent an. Das Unternehmen plant mittelfristig Kosteneinsparungen von jährlich 500 Millionen Dollar.

Der aktivistische Investor und Großaktionär Cevian zeigt sich angesichts der geplanten Abspaltung der Stromnetzsparte und des Umbaus des Konzerns zufrieden. "Die angekündigten Maßnahmen sind die richtigen Schritte in der Entwicklung von ABB, sie stärken die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft", sagte Cevian-Co-Gründer Lars Förberg. "Wir unterstützen die von Verwaltungsrat und Management eingeschlagene strategische Richtung voll und ganz." Investor Cevian hatte bereits seit Jahren gefordert, die Stromnetzsparte abzuspalten. Der Investor hält rund fünf Prozent an ABB.

mmq/Reuters/dpa
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