Finanzkrise Schweiz verdient mit UBS-Rettung Milliarden

In der Finanzkrise hat die Schweizerische Nationalbank die Großbank UBS gerettet - es war ein rentables Geschäft. Denn die Notenbanker verkaufen nun die toxischen Wertpapiere, die sie damals übernahmen. Der Gewinn: mehr als fünf Milliarden Dollar.
Schweizerische Nationalbank in Zürich: Milliardengewinn durch Bankenrettung

Schweizerische Nationalbank in Zürich: Milliardengewinn durch Bankenrettung

Foto: © Arnd Wiegmann / Reuters/ REUTERS

Zürich - Die Schweiz zieht einen Schlussstrich unter die Rettung der Großbank UBS in der Finanzkrise und kann sich über einen satten Gewinn freuen. Die größte Bank des Landes habe einen Vertrag zum Rückkauf alter Schrottpapiere unterzeichnet, teilte die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit - und verbuchte damit einen Gewinn von fast 3,8 Milliarden Dollar. Dazu kommen Zinszahlungen in den vergangenen Jahren von 1,6 Milliarden Dollar.

Die UBS übernimmt damit den gesamten Stabilisierungsfonds (StabFund), den die SNB nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 geschaffen hatte. In diesem stecken Kredite und Wertpapiere im Immobilienbereich sowie entsprechende Derivate, die als Folge der US-Immobilienkrise praktisch wertlos geworden waren. Inzwischen haben diese Papiere teilweise wieder stark an Wert gewonnen, und es gibt wieder einen Markt dafür. Den Rückkauf hatte die UBS bereits vor gut drei Monaten angekündigt. Die Bank zahlt zudem die ihr gewährten Staatskredite zurück. Möglich wird das auch, weil es für die UBS inzwischen wieder aufwärts geht.

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hatte die Notenbank von der UBS Wertpapiere im Volumen von rund 39 Milliarden Dollar übernommen und in den eigens für diesen Zweck gegründeten Fonds eingebracht. Im Gegenzug erhielt die UBS ein dringend benötigtes Darlehen von der SNB. Über die Jahre konnte der Fonds dann große Teile des Portfolios verkaufen.

"Das war eine sprichwörtlich außergewöhnlich Maßnahme", sagte SNB-Präsident Thomas Jordan. Dass es für die SNB ohne Verluste abging, "ist kein Grund für eine positive Beurteilung staatlicher Rettungsaktionen für Banken", warnte Jordan.

Zugute kam dem StabFund nach Jordans Worten die Markterholung in den USA. Auch habe sich der StabFund Zeit lassen können und in schwachen Marktphasen keine Verkäufe getätigt. In einem Fall fiel dem Fonds ein Hotel in Florida zu, das die Schweizer renovierten und dann zu einem besseren Preis verkauften. Die UBS selbst musste sich damals mit 3,9 Milliarden Dollar am StabFund beteiligen und erhielt jetzt rund 2,8 Milliarden Dollar zurück. Insgesamt hatte die Bank mit verfehlten Spekulationen mit US-Hypothekenpapieren rund 50 Milliarden Dollar in den Sand gesetzt.

nck/Reuters/dpa