Selbstmordserie Frankreich will France Télécom kontrollieren

Die französische Regierung zieht Konsequenzen aus der Selbstmordserie bei der France Télécom. Nachdem sich zuletzt eine 32-jährige Frau aus einem Gebäude der Telefongesellschaft gestürzt hatte, soll jetzt ein Aufseher die Lage im Unternehmen überwachen.
Mitarbeiter der France Télécom gedenken einem Kollegen, der sich umgebracht hat

Mitarbeiter der France Télécom gedenken einem Kollegen, der sich umgebracht hat

Foto: AFP

Paris - Die Serie von Selbstmorden beschäftigt nun auch die französische Regierung. Ein Aufseher wird künftig die Gesundheits- und Sicherheitstreffen der französischen Telefongesellschaft France Télécom kontrollieren. Das kündigte Arbeitsminister Xavier Darcos am Dienstag an.

Seit Februar 2008 hatte es 23 Selbstmorde unter den Angestellten der Telefongesellschaft gegeben. Darcos sagte nach einem einstündigen Treffen mit dem Vorstandsvorsitzenden des früheren Staatsunternehmens, Didier Lombard, er wolle monatliche Berichte zu der aktuellen Situation haben.

Darcos lehnte Forderungen einer Gewerkschaft ab, die verlangte, die France Telecom müsse ihre Umstrukturierungsmaßnahmen stoppen. Diese macht die Gewerkschaft zusammen mit Entlassungen für die Selbstmorde verantwortlich.

Nach dem Treffen erläuterte Darcos die Maßnahmen, die die France Télécom vergangene Woche als Reaktion auf die Selbstmorde angekündigt hatte. So sollen Gespräche mit den Gewerkschaften über Stress am Arbeitsplatz geführt werden. Außerdem sollen 100 zusätzliche Personaldirektoren eingestellt werden.

Zuletzt war am Freitag eine 32-jährige Frau aus dem vierten Stock des Bürogebäudes im Nordwesten von Paris gesprungen. Das hatte dazu geführt, dass das Thema ganz oben auf der Agenda der Regierung gelandet war.

fro/AP
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