Energiebranche Siemens Gamesa übernimmt Teile von Senvion

In der Windkraftbranche laufen die Geschäfte schlecht. Nun hat Siemens Gamesa den insolventen Windanlagen-Bauer Senvion in Teilen übernommen - 900 Mitarbeiter in Deutschland verlieren dennoch ihren Job.

Der Windanlagen-Bauer Senvion wird in Teilen von Siemens Gamesa übernommen
DPA

Der Windanlagen-Bauer Senvion wird in Teilen von Siemens Gamesa übernommen


Der Verkauf von Teilen des insolventen Windanlagenbauers Senvion an den deutsch-spanischen Konkurrenten Siemens Gamesa ist perfekt. Dadurch würden rund 2000 Arbeitsplätze gesichert, was 60 Prozent der Stellen bedeute, teilte Senvion mit. In Deutschland fallen jedoch fast 900 der noch verbliebenen rund 1400 Arbeitsplätze weg.

Das Geschäft ist derzeit für die gesamte Windkraftbranche schwierig. In Deutschland sind im ersten Halbjahr 2019 kaum neue Anlagen an Land gebaut worden. Weltweit ist der Konkurrenzkampf hart und für kleinere Hersteller ohne Großkonzern im Hintergrund schwer zu gewinnen.

Siemens Gamesa übernimmt wesentliche Teile des europäischen Dienstleistungsgeschäfts für Windanlagen an Land sowie die Rotorblattfertigung im portugiesischen Vagos.

Die IG Metall Küste begrüßte den Abschluss der Verhandlungen. "Mit der Übernahme des Service-Geschäfts durch Siemens Gamesa zeichnet sich immerhin für etwa 500 Beschäftige in Deutschland eine langfristige Perspektive ab", sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Die tariflichen Arbeitsbedingungen blieben erhalten. "Trotzdem ist es schmerzhaft zu sehen, wie mit Senvion ein Pionier der Windkraftbranche mit eigener Produktion und Konstruktion in Deutschland vom Markt verschwindet und Hunderte Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verlieren."

Etwa 600 Mitarbeiter sollen für Jobs in anderen Betrieben geschult werden

Bereits zum 1. Oktober sind 270 Senvion-Mitarbeiter in Transfergesellschaften gewechselt. Die Gewerkschaft erwartet, dass diese Lösung auch für etwa 600 weitere Beschäftigte ermöglicht wird, die in den nächsten Monaten von Kündigung bedroht sind. Das steht noch unter Finanzierungsvorbehalt.

Die Mitarbeiter werden mit Mitteln der Arbeitsagentur und des Unternehmens für neue Aufgaben in anderen Betrieben qualifiziert. Mit den Landesregierungen in Bremen, Hamburg und Kiel laufen Gespräche über mögliche weitere Mittel, damit die Transfergesellschaften länger als vier Monate arbeiten können.

Eine grundsätzliche Einigung über den Verkauf war bereits Mitte September getroffen worden, der Gläubigerausschuss von Senvion stimmte vor einigen Tagen zu. Für einige Geschäftsbereiche, etwa für die Aktivitäten in Indien und das außereuropäische Servicegeschäft, laufen weitere Verhandlungen mit potenziellen Investoren.

flg/dpa

insgesamt 107 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
quila 21.10.2019
1.
Na, Hauptsache für fossile Energieträger - Kohle - werden Unsummen in Förder- und Strukturmaßnahmen versenkt. In dieser Frage passt kein Blatt Papier zwischen die Überzeugungen von Union und Sozen. Beschämend.
frechdachss 21.10.2019
2.
Hauptsache, die Regierung läßt für die Arbeitsplätze in der Kohleindustrie die Kraftwerke länger am Netz. Alle anderen Arbeitsplätze, die hier täglich durch unsere unselige Politik vernichtet werden, sind offensichtlich völlig wertlos und keiner Rede wert.
dk.bied 21.10.2019
3. Wenn man
mehrere tote Pferde zusammen bindet, wird daraus noch kein fahrtüchtiges Gespann! Da muss wohl erst der Staat mit üppigen Zuwendungen her...
dk.bied 21.10.2019
4. Arbeitsplätze
Zitat von frechdachssHauptsache, die Regierung läßt für die Arbeitsplätze in der Kohleindustrie die Kraftwerke länger am Netz. Alle anderen Arbeitsplätze, die hier täglich durch unsere unselige Politik vernichtet werden, sind offensichtlich völlig wertlos und keiner Rede wert.
die dauerhaft an Subventionen hängen, sind nicht wertschöpfend und damit eine dauerhafte Belastung für eine Volkswirtschaft
fuchsi 21.10.2019
5. Wir brauchen die Windkraft
Wir zahlen hohe EE Zulagen auf Strom, es ist also Geld da, weshalb wird die Windkraft nicht ausgebaut? Energiearbeitsplätze sind waren ohnehin hoch subventinioniert, siehe Bergbau. Steuert um für den Klimaschutz und die Mobiliätswende, wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.