Siemens Aufsichtsratschef Cromme kürzt sich selbst das Salär

Siemens bezahlt seine Aufsichtsräte künftig pauschal und verzichtet auf eine erfolgsabhängige Vergütung - sofern die Aktionäre dem Plan zustimmen. Das trifft vor allem den Chef des Kontrollgremiums: Gerhard Cromme. Zudem gründet der Elektroriese eine eigene Bank.
Siemens-Aufsichtsratsvorsitzender Cromme: Künftig geringere Vergütung

Siemens-Aufsichtsratsvorsitzender Cromme: Künftig geringere Vergütung

Foto: A2585 Frank Leonhardt/ dpa

Siemens

Gerhard Cromme

München - Die Aufsichtsräte von wollen künftig unabhängig vom Konzernerfolg bezahlt werden: Die Aktionäre sollen Anfang 2011 einer pauschalen Vergütung des Kontrollgremiums zustimmen. Das geht aus der Einladung zur Hauptversammlung hervor. Mit der Regelung bescheidet sich vor allem Chefaufseher : Dessen Bezüge waren im vergangenen Geschäftsjahr um gut ein Viertel auf knapp 490.000 Euro gestiegen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende soll künftig 280.000 Euro bekommen, seine Stellvertreter 220.000 Euro. Einfache Mitglieder sollen künftig 140.000 Euro pro Jahr erhalten.

"Das Unternehmen begründet die geplante Änderung damit, dass der Umfang der Arbeitsbelastung und das Haftungsrisiko der Aufsichtsratsmitglieder sich in aller Regel nicht parallel zum geschäftlichen Erfolg entwickelt", hieß es. Gerade in schwierigen Zeiten mit womöglich rückläufigen Ergebnissen sei das Gremium besonders gefordert. Die neue Regelung entspreche eher internationalen Referenzmodellen.

Zudem will sich der Elektroriese mit einer eigenen Bank unabhängiger von Kreditinstituten machen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) habe entsprechende Pläne des Münchner Dax-Konzerns genehmigt, teilte das Unternehmen mit. Siemens hatte bereits im Sommer angekündigt, ein eigenes Institut gründen zu wollen. Ein Einstieg in das Geschäft mit Privatkunden sei nicht geplant. Die Siemens Bank GmbH soll mit Krediten und Garantien etwa die Absatzfinanzierung verbessern.

wit/reuters/dpa
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