600-Millionen-Projekt Siemens baut Innovationscampus in Berlin

Geplant ist ein Mix aus Büros, Forschungslabors, Produktionsanlagen und auch Wohnungen: Siemens baut einen Innovationscampus und hat Berlin als Standort ausgewählt. Bis zu 600 Millionen sollen in das Projekt fließen.

Siemens-Dynamowerk in Berlin
DPA

Siemens-Dynamowerk in Berlin


Der von Siemens geplante Innovationscampus mit Investitionen von bis zu 600 Millionen Euro wird in Berlin verwirklicht. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Siemens-Vorstandsmitglied Cedrik Neike unterzeichneten die entsprechende Vereinbarung. Müller sprach von einem "sehr guten Tag für Berlin", nicht nur für den Wissenschaftsstandort, sondern für alle Bürger.

Der Technologiekonzern hatte seine Pläne für einen "Zukunftscampus" am traditionsreichen Standort in Berlin-Siemensstadt Ende Juli öffentlich gemacht. Nach dem Konzept des Unternehmens sollen auf dem Campus Büros, Forschungslabors und Hightech-Produktionsanlagen für Start-up-Firmen untergebracht werden, aber auch Wohnungen.

Auf dem Campus sollen etwa die Forschungsbereiche Energiesysteme, Elektromobilität, Industrie 4.0, Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz angesiedelt werden, wie Siemens mitteilte. Für die Campus-Ansiedlung in Berlin hatte der Konzern vom Senat Zugeständnisse verlangt, etwa beim Denkmalschutz und bei Baurechten auf dem Gelände, auf dem das alte Dynamowerk und das Schaltwerk stehen. Zudem müsse die Verkehrsanbindung verbessert und die Ausstattung mit Breitbandinternet sichergestellt werden.

Die Zentrale von Siemens ist in München, das Unternehmen hat seine Wurzeln aber in Berlin. Die Stadt ist der Gründungsort des Konzerns, im Bezirk Spandau entstand ab 1900 der nach dem Unternehmen benannte Stadtteil Siemensstadt mit Fabriken und Werkssiedlungen. Berlin ist noch heute der größte Produktionsstandort von Siemens mit mehr als 11.000 Mitarbeitern.

mmq/dpa



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
MatthiasPetersbach 31.10.2018
1. warum BERLIN?
...oder irgendeine andere Großstadt? Solche Dinge gehören aufs Land, in Mittelzentren o.ä. . Wo noch Entwicklungsbedarf - und -möglichkeit ist. Das ist ein völliger Irrweg - dann pendeln wieder Unzählige aus dem Umland dahin oder verstopfen die Mietwohnungen. Und wir jammern über Umweltbelastungen und unbezahlbare Mieten.
Freedom of Seech 31.10.2018
2. Gerade nochmal gut gegangen
Das hätte auch schief laufen können. SPD Bürgermeister Müller hätte es fast versemmelt. Erst nach Intervention der grünen Wirtschaftsssenatorin Ramona Pop (und Druck aus den anderen Parteien in Berlin) hat Müller es kapiert. Leider hat Ramona Pop maßgeblich auch dafür gesorgt, dass Google in Berlin einen Rückzieher gemacht hat was schlicht und einfach ziemlich dämlich war und zwar nachhaltig. Es bleibt also alles beim Alten: Standort Politik in Berlin hat mehr mit Zufall als mit Strategie zu tun. Mit Siemens hat Berlin einfach Glück gehabt - trotz widriger politischer Rahmenbedingungen.
Freedom of Seech 31.10.2018
3.
Zitat von MatthiasPetersbach...oder irgendeine andere Großstadt? Solche Dinge gehören aufs Land, in Mittelzentren o.ä. . Wo noch Entwicklungsbedarf - und -möglichkeit ist. Das ist ein völliger Irrweg - dann pendeln wieder Unzählige aus dem Umland dahin oder verstopfen die Mietwohnungen. Und wir jammern über Umweltbelastungen und unbezahlbare Mieten.
Für eine solche Ansiedlung brauchen Sie viele qualifizierte Arbeitskräfte. Die gibt es in mittelgroßen Städten nicht ausreichend. Theoretisch denkbar wäre gewesen, dass der Siemens Campus in die Stadt Oranienburg nördlich von Berlin oder Potsdam südlich von Berlin gelegt wird (in Potsdam ist bereits SAP). Dann müssen aber alle aus Berlin nach Oranienburg oder Potsdam pendeln (die Mehrheit der IT-Fachkräfte lebt in der Berliner Innenstadt). Der Norden von Berlin fällt derzeit auch aus anderen Gründen für eine größere Industrieentwicklung (inkl. IT) flach. Die Verkehrsanbindung an die Berliner Innenstadt/Belriner Süden (wom viele besonders gerne wohnen) ist eine Katastrophe. Es gibt zwar den Öffentlichen Nahverkehr, das dauert aber für alle die im Westteil der Stadt leben viel zu lang um nach Norden zu kommen. Die Verkehrsanbindung für KfZ an den Nordrand von Berlin für KfZ wird durch die linke/grüne Stadtpolitik massiv torpediert. Da man auf dem Berliner Stadtring (Autobahn) am ICC durch muss (chronischer Stau, Abhilfe nicht absehbar) und die A111 nach Norden Richtung Hamburg mit Tempo 60 mehr mit einer verkehrsberuhhigten Zone als mit einer Autobahn zu tun hat, wird man als PKW Fahrer von Süden kommend dazu gezwungen durch die Innenstadt zu fahren (NO2, Feinstaub lassen grüßen). Entlastung der Innenstadt hätte man durch den Fertigbau des nördlichen Stadtrings, wird ebenfalls von den links-grünen Potikern blockiert. Den Bock abgeschossen hat aber die Berliner SPD in der letzten Legislaturperiode. Der Biotechnologie Campus im Belriner Norden (neben IT ist Biotechnolgie der zweite große Wachstumsbereich in Berlin, in dem Übrigens gegenüber IT die besseren Gehälter und mehr Steuern bezahlt werden) sollte einen Autobahn Anschluss bekommen (was leicht zu machen gewesen wäre, bisher müssen erhebliche Umwege über Straßen die eher Feldwege sind in Kauf genommen werden was vor allem dan Spaß macht wen man internationae Gäste zu Besuch hat). Der Autobahnanschluss wurde auch so im Koalitionsvetrag vereinbart. Dann kam ein Berliner SPDler aus dem Norden und blockierte das damit seine lokale Wählerschaft ohne Umwege die zahlreichen Haushunde aus den viel zu kleinen Platten Wohnungen schneller morgens zum Pinkeln führen konnte. Prost!
MatthiasPetersbach 31.10.2018
4.
Zitat von Freedom of SeechFür eine solche Ansiedlung brauchen Sie viele qualifizierte Arbeitskräfte. Die gibt es in mittelgroßen Städten nicht ausreichend. Theoretisch denkbar wäre gewesen, dass der Siemens Campus in die Stadt Oranienburg nördlich von Berlin oder Potsdam südlich von Berlin gelegt wird (in Potsdam ist bereits SAP). Dann müssen aber alle aus Berlin nach Oranienburg oder Potsdam pendeln (die Mehrheit der IT-Fachkräfte lebt in der Berliner Innenstadt). Der Norden von Berlin fällt derzeit auch aus anderen Gründen für eine größere Industrieentwicklung (inkl. IT) flach. Die Verkehrsanbindung an die Berliner Innenstadt/Belriner Süden (wom viele besonders gerne wohnen) ist eine Katastrophe. Es gibt zwar den Öffentlichen Nahverkehr, das dauert aber für alle die im Westteil der Stadt leben viel zu lang um nach Norden zu kommen. Die Verkehrsanbindung für KfZ an den Nordrand von Berlin für KfZ wird durch die linke/grüne Stadtpolitik massiv torpediert. Da man auf dem Berliner Stadtring (Autobahn) am ICC durch muss (chronischer Stau, Abhilfe nicht absehbar) und die A111 nach Norden Richtung Hamburg mit Tempo 60 mehr mit einer verkehrsberuhhigten Zone als mit einer Autobahn zu tun hat, wird man als PKW Fahrer von Süden kommend dazu gezwungen durch die Innenstadt zu fahren (NO2, Feinstaub lassen grüßen). Entlastung der Innenstadt hätte man durch den Fertigbau des nördlichen Stadtrings, wird ebenfalls von den links-grünen Potikern blockiert. Den Bock abgeschossen hat aber die Berliner SPD in der letzten Legislaturperiode. Der Biotechnologie Campus im Belriner Norden (neben IT ist Biotechnolgie der zweite große Wachstumsbereich in Berlin, in dem Übrigens gegenüber IT die besseren Gehälter und mehr Steuern bezahlt werden) sollte einen Autobahn Anschluss bekommen (was leicht zu machen gewesen wäre, bisher müssen erhebliche Umwege über Straßen die eher Feldwege sind in Kauf genommen werden was vor allem dan Spaß macht wen man internationae Gäste zu Besuch hat). Der Autobahnanschluss wurde auch so im Koalitionsvetrag vereinbart. Dann kam ein Berliner SPDler aus dem Norden und blockierte das damit seine lokale Wählerschaft ohne Umwege die zahlreichen Haushunde aus den viel zu kleinen Platten Wohnungen schneller morgens zum Pinkeln führen konnte. Prost!
Die gibts in Berlin auch nicht. Die ziehen dann dahin. Oder sitzen die zur Zeit hier rum und warten, bis der Siemens-Komplex fertig ist? Jeder Industrieansiedelung FOLGT die Arbeitskräfteansiedelung. Nicht umgekehrt. SAP steckt im Ursprungsbetrieb in Walldorf - das ist Pampa mit Autobahnanschluß. Und das Mercedeswerk in Wörth ist das weltgrößte - und das ist auch Pampa. Da fahren die Arbeiter morgens aus dem Umland hin (weniger Kilometer als manche quer durch Berlin) und dank funktionierendem ÖVNP auch gerne mit der Straba. Und wohnen in schöner Umgebung, funktionierenden Dörfern und Kleinstädten und Natur und zahlen weniger Miete. Und ihre Steuer wird für einigermaßen sinnvolle Dinge verwendet. Da ist m.E. doch um Längen besser als Großststädte incl. ihrer heute schon nicht zu regelnden Problematiken NOCH größer zu machen - und das Land auszuhungern.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.