Siemens Betriebsrat-Spitze fürchtet neuen Job-Kahlschlag

Die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Siemens sorgt sich um die Zukunft der Belegschaft. Sie fürchtet, dass der Technologiekonzern im neuen Geschäftsjahr noch einmal massiv Stellen streicht - bis zu 10.000 Jobs könnten schlimmstenfalls wegfallen.

Siemens-Schriftzug: "Viele Einzelmaßnahmen in den Geschäftsbereichen"
dapd

Siemens-Schriftzug: "Viele Einzelmaßnahmen in den Geschäftsbereichen"


München - Der Technologiekonzern Siemens kämpft mit der Weltwirtschaftskrise - die Betriebsrat-Spitze fürchtet deshalb im neuen Geschäftsjahr 2009/2010 einen weitreichenden Stellenabbau. "Die Schätzung von Analysten, wonach Siemens insgesamt noch einmal weltweit 10.000 Stellen abbauen wird, könnte sich als gar nicht so abwegig herausstellen", sagte die stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn der "Welt".

Man vertraue aber auf Aussagen von Peter Löscher, dass es kein konzernweites Abbauprogramm wie im Sommer 2008 geben werde. Der Siemens-Chef hatte dies kürzlich in einem Interview zugesichert - dabei allerdings betont, dass er aufgrund von "Strukturverwerfungen" durch die Krise in einzelnen Bereichen und an bestimmten Standorten Anpassung vornehmen werde.

Im Sommer 2008 hatte Löscher die Streichung von weltweit rund 17.000 Stellen in der Verwaltung und im Vertrieb angekündigt. Solche harte Sparmaßnahmen erwartet auch Steinborn dieses Mal nicht. "Allerdings rechnen wir mit vielen Einzelmaßnahmen in den Geschäftsbereichen", sagte sie. "Wenn man die zusammenrechnet, dürfte am Ende eine große Zahl herauskommen."

Wenn es in der Krise Auftragseinbrüche von etwa 40 Prozent gebe, dann werde die Firmenleitung Stellenstreichungen vornehmen, sagte Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler dem Blatt. Zudem fürchte er den Verkauf kleinerer Geschäftseinheiten. Bei Siemens arbeiten weltweit 409.000 Menschen, davon 128.000 in Deutschland.

ssu/dpa-AFX



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