Firmentochter Healthineers Siemens spekuliert auf Milliardencoup an Börse

Es dürfte der größte Börsengang seit mehr als 20 Jahren werden: Noch vor Ostern könnte Siemens seine Medizintechnik-Tochter in Frankfurt listen - mit Erlösen in Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro.
Zentrale der Siemens AG in München

Zentrale der Siemens AG in München

Foto: Matthias Balk/ dpa

Der Münchner Industriekonzern Siemens gab am Montag den offiziellen Startschuss für den Börsengang von der Tochtersparte Healthineers, es könnte die größte Erstnotiz in Deutschland seit mehr als 20 Jahren werden. "Siemens Healthineers ist jetzt bereit für sein Börsendebüt", sagte Siemens-Vorstand und Healthineers-Aufsichtsratschef Michael Sen.

Diese größte Neuemission in Frankfurt seit der Deutschen Telekom soll laut Insidern noch im März über die Bühne gehen. Offiziell nennt der Konzern die erste Jahreshälfte 2018 als Zeitraum. Vorausgesetzt, der Kapitalmarkt spielt mit.

Analysten trauen Healthineers einen Marktwert von 30 bis 40 Milliarden Euro zu. Dies könnte früheren Spekulationen zufolge Erlöse von sechs bis zehn Milliarden für Siemens   bedeuten. Der Erlös geht vollständig an den Mutterkonzern, Healthineers selbst bekommt kein Geld. Allerdings zahlt Siemens wohl zum Börsengang etwa die Hälfte der Schulden der Erlanger Tochter zurück, um dieser einen größeren Spielraum für Übernahmen zu geben. Healthineers kann künftig eigene Aktien verwenden, um Zukäufe zu finanzieren. Das Unternehmen produziert unter anderem Computertomografen und Ultraschallgeräte.

Siemens Healthineers kam im vergangenen Geschäftsjahr auf einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von knapp 2,5 Milliarden Euro. Mit einer Gewinnspanne von 18,1 Prozent gehört die Gesellschaft zu den profitabelsten Geschäften von Siemens. Siemens bekräftigte, Mehrheitsaktionär zu bleiben und das Tochterunternehmen langfristig unterstützen zu wollen.

Die Aktien sollen mittels einer Zweitplatzierung aus dem Bestand von Siemens kommen, teilte der Konzern mit. Das bedeutet, dass es keine neuen Aktien geben wird. Bei einer Zweitplatzierung fließt der Erlös in der Regel dem Altaktionär zu - in diesem Falle Siemens. Der Konzern will einen bedeutenden Minderheitsanteil abgeben. Früheren Annahmen zufolge sollen es 15 bis 25 Prozent sein.

In der Bildgebung ist das Unternehmen eigenen Angaben zufolge Marktführer, in der Labordiagnostik die Nummer zwei. Dazu bietet Healthineers noch Spezialtherapiekonzepte an. Etwa 55 Prozent der Umsätze sind wiederkehrend - wie etwa das Servicegeschäft - und damit unabhängig von ökonomischen Zyklen.

bam/dpa/Reuters