Mobbing-Urteil Siemens muss Managerin weiter beschäftigen

Sie wollte zwei Millionen Euro Schadensersatz, jetzt muss Siemens eine frühere Managerin weiter beschäftigen. Die Frau hatte dem Konzern Mobbing vorgeworfen und ihre Situation mit dem Leiden der Juden in der NS-Zeit verglichen.

Siemens-Zentrale in München: Entlassung wegen NS-Vergleich
REUTERS

Siemens-Zentrale in München: Entlassung wegen NS-Vergleich


München - Sie wollte rund zwei Millionen Euro Schadensersatz, ihre Mobbingklage sorgte für Schlagzeilen. Nun muss der Technologiekonzern Siemens Chart zeigen eine frühere Einkaufsmanagerin weiterbeschäftigen. Die Entlassung sei unwirksam, die Voraussetzung für eine ordentliche verhaltensbedingte Kündigung im April 2009 nicht gegeben, teilte das Arbeitsgericht Nürnberg am Donnerstag mit.

Die afghanischstämmige Managerin hatte Vorgesetzten vorgeworfen, sie als Frau und Ausländerin systematisch diskriminiert zu haben. In einer E-Mail an den Siemens-Chef Peter Löscher hatte sie ihr angebliches Leid mit dem von Juden im Dritten Reich verglichen. Der Siemens-Konzern hatte diese Äußerung als Verharmlosung des Holocausts gewertet und sie daraufhin entlassen.

Einen Vergleichsvorschlag des Gerichts lehnte die 48 Jahre alte Betriebswirtin ab. Falls sie die Kündigung annähme, wollte ihr Siemens 60.000 Euro zahlen.

Weder der Anwalt der Managerin noch ein Siemens-Sprecher wollten sich am Donnerstag zu dem noch nicht rechtskräftigen Urteil äußern. Beide wollten erst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Unklar war auch noch, ob mit dem Urteil der seit Jahren währende Rechtsstreit beendet ist.

dab/dpa

insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
johnnyrees 08.11.2013
1.
Da fällt nur ein Stichwort zu ein: Blame-Culture. Alles andere ist natürlich schuld: Frausein, die Friedensreligion Islam, Ausländersein...Bloß über das eigene Unvermögen nachzudenken, das bringt die Dame nicht fertig. Was für eine Kulturbereicherin:/
LieselotteP 08.11.2013
2. Bossing
Zitat von sysopREUTERSSie wollte zwei Millionen Euro Schadensersatz, jetzt muss Siemens eine frühere Managerin weiter beschäftigen. Die Frau hatte dem Konzern Mobbing vorgeworfen und ihre Situation mit dem Leiden der Juden in der NS-Zeit verglichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/siemens-muss-angebliches-mobbing-opfer-weiterbeschaeftigen-a-932436.html
Kommt mir als Frau sehr bekannt vor. Ganz perfide werden in meinem Arbeitsbereich gerade Frauen mürbe gemacht. Offenbar wollen die Jungs unter sich bleiben. Das sollte ein klarer Fingerzeig für die Firmen sein, die ihre Mitarbeiterinnen mies behandeln. Frauen, wehrt euch!
Blaufrosch 27.11.2013
3.
Mobbing wird schleichend durch Bossing ergänzt. In sich perfider, denn die, die mich vor Mobbing schützen sollen, bossen nun (zusätzlich) und die Beweislage ist ungleich komplexer...
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