Mobbing-Urteil Siemens muss Managerin weiter beschäftigen

Sie wollte zwei Millionen Euro Schadensersatz, jetzt muss Siemens eine frühere Managerin weiter beschäftigen. Die Frau hatte dem Konzern Mobbing vorgeworfen und ihre Situation mit dem Leiden der Juden in der NS-Zeit verglichen.
Siemens-Zentrale in München: Entlassung wegen NS-Vergleich

Siemens-Zentrale in München: Entlassung wegen NS-Vergleich

Foto: MICHAELA REHLE/ REUTERS

München - Sie wollte rund zwei Millionen Euro Schadensersatz, ihre Mobbingklage sorgte für Schlagzeilen. Nun muss der Technologiekonzern Siemens   eine frühere Einkaufsmanagerin weiterbeschäftigen. Die Entlassung sei unwirksam, die Voraussetzung für eine ordentliche verhaltensbedingte Kündigung im April 2009 nicht gegeben, teilte das Arbeitsgericht Nürnberg am Donnerstag mit.

Die afghanischstämmige Managerin hatte Vorgesetzten vorgeworfen, sie als Frau und Ausländerin systematisch diskriminiert zu haben. In einer E-Mail an den Siemens-Chef Peter Löscher hatte sie ihr angebliches Leid mit dem von Juden im Dritten Reich verglichen. Der Siemens-Konzern hatte diese Äußerung als Verharmlosung des Holocausts gewertet und sie daraufhin entlassen.

Einen Vergleichsvorschlag des Gerichts lehnte die 48 Jahre alte Betriebswirtin ab. Falls sie die Kündigung annähme, wollte ihr Siemens 60.000 Euro zahlen.

Weder der Anwalt der Managerin noch ein Siemens-Sprecher wollten sich am Donnerstag zu dem noch nicht rechtskräftigen Urteil äußern. Beide wollten erst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Unklar war auch noch, ob mit dem Urteil der seit Jahren währende Rechtsstreit beendet ist.

dab/dpa
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