Gewerkschaft kritisiert Sparmaßnahmen Siemens und der "Kekserlass"

Zuletzt legte Siemens überraschend gute Geschäftszahlen vor. Das hindert einige Manager nach SPIEGEL-Informationen allerdings nicht daran, auch bei Kleinigkeiten zu sparen - etwa bei Kaffee und Keksen.
Spekulatius (Symbolfoto): Karge Weihnachten bei Siemens

Spekulatius (Symbolfoto): Karge Weihnachten bei Siemens

Foto: Rainer Jensen/ DPA

Bei Siemens wird dieses Jahr wohl so schnell kein Weihnachtsfrieden einkehren. Grund ist der Übereifer einiger Manager, die offenbar gleich zu Beginn des neuen Geschäftsjahres Anfang Oktober mit Sparerfolgen glänzen wollten.

Wie aus einer aktuellen Information der IG Metall an die Mitarbeiter hervorgeht, wurden an einigen Standorten mit Schwerpunkt in Südwestdeutschland die Weihnachtsfeiern gestrichen. Auch beim Verbrauch von Kaffee und Kleingebäck sollen die Angestellten sich laut IG Metall zurückhalten.

Die Anweisung wird nach SPIEGEL-Informationen intern bereits als "Kekserlass" verspottet. Während Firmenchef Joe Kaeser im abgelaufenen Jahr mit 14 Millionen Euro so gut verdient hat wie nie zuvor, sollen die Mitarbeiter der digitalen Industriesparte teilweise kräftige Einkommenseinbußen hinnehmen.

Einige von ihnen hatten in den vergangenen Jahren von einer tariflichen Sonderregelung im Tarifvertrag Gebrauch gemacht und ihr wöchentliches Arbeitspensum auf 40 Stunden aufgestockt. Weil das Geschäft in Teilen der Sparte zuletzt schwächelte, sollen sie nun kürzertreten und wie die anderen Angestellten nur 35 Stunden arbeiten. "Für die Betroffenen bedeutet das massive Einbußen auf der Gehaltsabrechnung", heißt es in dem Rundschreiben der Gewerkschaft, gerade zu Weihnachten sei das "doppelt unerfreulich".

Ein Siemens-Sprecher argumentiert, die Maßnahme sei mit dem Betriebsrat abgesprochen worden. Eine generelle Streichung von Weihnachtsfeiern gebe es nicht, auch der Konsum von Kaffee und Keksen sei weiterhin erlaubt.

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