Ziele fürs Geschäftsjahr erreicht Siemens trotzt der schwachen Konjunktur

Mehr Aufträge, höherer Umsatz, gutes Ergebnis: Siemens hat sein Geschäftsjahr trotz schwacher Konjunktur überraschend gut beendet. Doch auch Deutschlands größter Industriekonzern rechnet mit Gegenwind.

Baustelle Siemens: Konzernchef Joe Kaeser sprach von einem "fulminanten vierten Quartal"
REUTERS/Arnd Wiegmann

Baustelle Siemens: Konzernchef Joe Kaeser sprach von einem "fulminanten vierten Quartal"


Mit einem Endspurt hat das Münchner Technologieunternehmen Siemens seine Ziele für das Geschäftsjahr 2018/19 doch noch erreicht. Konzernchef Joe Kaeser sprach von einem "fulminanten vierten Quartal", das die Leistungsfähigkeit von Siemens unterstrichen habe. Das operative Ergebnis aus dem industriellen Geschäft sei vor allem dank der Medizintechnik-Tochter Healthineers leicht auf neun (2017/18: 8,9) Milliarden Euro gestiegen, teilte Siemens mit.

Siemens trotzt damit der schwächelnden Konjunktur. Der Auftragseingang kletterte um sieben Prozent auf 98 Milliarden Euro, der Umsatz legte um fünf Prozent auf 86,8 Milliarden zu. Die Siemens-Aktionäre sollen eine um zehn Cent auf 3,90 Euro erhöhte Dividende bekommen.

Vor dem großen Konzernumbau gibt sich Siemens für das neue Geschäftsjahr zurückhaltend. "Die Abschwächung der Weltwirtschaft hat sich im Lauf des Geschäftsjahres deutlich beschleunigt", sagte Joe Kaeser.

Kaesers Abschied naht

Auch über die Nachfolge und den Zeitplan für den Abschied Kaesers soll bald entschieden werden. Sein Vertrag läuft bis Anfang 2021. Vizechef Roland Busch wird nach dem Abgang von Starmanagerin Janina Kugel als möglicher Nachfolger gehandelt. Ihr Verhältnis zu Kaeser galt als zerrüttet.

Im neuen Geschäftsjahr steht bei Siemens die Abspaltung der Energiesparte an, die im September 2020 als Siemens Energy separat an die Börse gebracht werden soll. Rund 1100 Arbeitsplätze sollen vorher in der kriselnden Sparte noch abgebaut werden.

Die Sparte Gas & Power, der Kern des vom bisherigen Siemens-Vorstand Michael Sen geführten Unternehmens, ist mit einer Umsatzrendite von 3,8 Prozent die renditeschwächste des Konzerns. Auch 2019/20 soll die Rendite mit zwei bis fünf Prozent kaum besser ausfallen.

Auch im renditestarken Kerngeschäft mit Industrieautomatisierung (Digital Industries) sowie Bau- und Infrastrukturlösungen (Smart Infrastructure) rechnet Kaeser im neuen Geschäftsjahr mit Stagnation. Die operativen Renditen sollen hier zwischen 17 und 18 (2018/19: 17,9) beziehungsweise zehn und elf (9,9) Prozent liegen. Im Konzern insgesamt - einschließlich Siemens Energy - soll der Umsatz moderat zulegen.

apr/Reuters/dpa



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