Fusion der Zugsparten Siemens und Alstom könnten weitere Zugeständnisse machen

Die EU-Kommission sieht die Fusion der Zugsparten von Siemens und Alstom kritisch. Nachdem beide Konzerne offenbar keine weiteren Zugeständnisse machen wollten, scheinen sie sich nun doch zu bewegen.

ICE (vorne) und TGV (Archiv)
AFP

ICE (vorne) und TGV (Archiv)


Siemens und Alstom wollen offenbar mit neuen Zugeständnissen die Fusion ihrer Zugsparten retten. Der deutsche und der französische Konzern sollen der EU-Kommission den Verkauf von mehreren Geschäftsteilen in der Signaltechnik sowie längere Lizenzvereinbarungen angeboten haben. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus informierten Kreisen.

Für die zu veräußernden Geschäftsteile seien bereits potenzielle Käufer identifiziert worden, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf nicht genannte Quellen.

Zuvor hatte sich ein Scheitern der Fusion abgezeichnet. Die EU-Kommission fürchtet um den Wettbewerb, wenn die Hersteller der Hochgeschwindigkeitszüge TGV und ICE zusammengehen - sowohl bei den Zügen als auch bei der Signaltechnik. Aus Konzernkreisen hatte es in den Tagen zuvor geheißen, dass man keine weiteren Zugeständnisse mehr machen wolle.

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Ob die neuerlichen Zugeständnisse ausreichten, sei jedoch weiter offen, hieß es am Abend in den Berichten. Sprecher der beiden Konzerne sowie der Europäischen Kommission wollten die Angelegenheit offiziell zunächst nicht kommentieren.

Die Aktien von Alstom wurden von dem Bericht beflügelt und legten im späten Handel um 4,5 Prozent zu. Siemens-Titel gewannen knapp zwei Prozent.

brt/dpa/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
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keksguru 26.01.2019
1. Dinosaurierheirat
und am Ende sind alle Posten wie bei Airbus doppelt besetzt... mal ehrlich, Alstom hat große wirtschaftliche (und auch administrative) Probleme, warum nur sollte Siemens und Alstom zusammen eine neue Firma schaffen, die Züge baut? Da paßt doch nicht eine einzige Schraube aus der TGV Werkstatt in einen ICE und umgekehrt. Und wenn doch, dann dauert es 10 Jahre lang bis das mal genehmigt wird... ausgerechnet diese Technologiesparte soll dann Synergieeffekte erzielen? Der Alstom Teil wird den Siemens-Teil das Blut absaugen, und am Ende ist die Firma tot. Denn die deutsche Bahn könnte ja auch in China den CRH kaufen, falls der denn so viel zuverlässiger ist wie ein ICE.
marie-anne 26.01.2019
2. Wenn die Fusion dann einmal steht,
wird so nach und nach der Siemens - Bereich übernommen. So lange bis nichts mehr vorhanden ist. Jetzt wird Deutschland ausgesaugt. Macron macht das schon richtig. Was haben wir dumme Politiker.
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