Bericht über Embargo-Bruch Siemens untersucht angebliche Turbinen-Lieferung auf die Krim

Hat der deutsche Technologiekonzern trotz Verbots Geschäfte mit der von Russland besetzten Krim gemacht? Einen Bericht über die Lieferung von Turbinen will der deutsche Konzern nun prüfen.

Siemens-Gasturbine in Berlin 2012
REUTERS

Siemens-Gasturbine in Berlin 2012


Unternehmen aus der EU dürfen wegen eines Embargos keine Geschäfte mit der von Russland annektierten Krim machen. Siemens soll aber genau das getan haben - und Gasturbinen für zwei von Russland gebaute Kraftwerke auf der Krim geliefert haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichtete. Die Turbinen sollen per Schiff nach Sewastopol angeliefert worden seien.

Siemens hat nun angekündigt, diese Vorwürfe zu prüfen. "Wir haben keine glaubwürdigen Beweise für die tatsächlichen Lieferungen unserer Turbinen auf die Krim. Allerdings nehmen wir diese Gerüchte ernst und haben eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um die Angelegenheit zu untersuchen", teilte das Unternehmen mit.

Russland hatte 2014 die bis dahin ukrainische Krim völkerrechtswidrig besetzt. EU und USA hatten daraufhin strenge Sanktionen gegen die Region erlassen - besonders in den Bereichen Verkehr, Telekommunikation und Energie. Auf der Halbinsel ist die Energieversorgung schlecht, es kommt immer wieder zu Stromausfällen.

Ob und wann Siemens von der möglichen Lieferung gewusst haben könnte, ist offen. "Wenn irgendwelche kürzlich gekauften Gasturbinen auf die Krim umgeleitet worden sein sollten, wäre das ein klarer Verstoß gegen die Vertragsbedingungen", teilte die Firma mit. Siemens habe seine Kunden stets darauf hingewiesen, dass Exportbeschränkungen einzuhalten seien. Es sei stets alles dafür getan worden, dass die Technik nicht rechtswidrig eingesetzt wird.

apr/Reuters



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