Telekom-Ausrüster Siemens verkauft Anteil an NSN an Partner Nokia

Nokia übernimmt den Telekom-Ausrüster Nokia Siemens Networks komplett. Siemens verkauft seine Anteile an dem bisherigen Gemeinschaftsunternehmen nach einer langen und erfolglosen Käufersuche an den Partner - zu einem relativ niedrigen Preis.
NSN-Gebäude in München: Künftig komplett in Besitz von Nokia

NSN-Gebäude in München: Künftig komplett in Besitz von Nokia

Foto: Lukas Barth/ picture alliance / dpa

München - Der Ausstieg bei Nokia Siemens Networks (NSN) steht schon lange fest - nun hat Siemens seine Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen an den finnischen Partner verkauft. Der Handyhersteller Nokia übernimmt den Netzwerkausrüster komplett und zahlt für den 50-prozentigen Anteil 1,7 Milliarden Euro, teilte der Siemens mit. 1,2 Milliarden Euro davon erhält Siemens in bar, für den Rest gewährt der deutsche Konzern den Finnen ein Darlehen über ein Jahr. Damit liegt der Preis unter den Werten, über die Experten jüngst spekuliert hatten.

Zuvor waren zahlreiche Versuche von Siemens   erfolglos geblieben, aus NSN auszusteigen. Gemeinsam mit Nokia   hatte der Münchner Konzern den Netzwerk-Ausrüster im April 2007 gegründet. Das Unternehmen hatte allerdings hohe Verluste geschrieben, Nokia und Siemens mussten etwa im September 2011 eine Milliarde Euro zuschießen. In den vergangenen Jahren baute NSN massiv Arbeitsplätze ab, fast ein Viertel der vormals 74.000 Stellen war betroffen.

Mit dem Verkauf des NSN-Anteils treibe Siemens nun die "Fokussierung auf unser Kerngeschäft weiter konsequent voran", teilte Finanzvorstand Joe Kaeser mit. Siemens konzentriere sich auf seine Stärken in der Energietechnik, Industrie und Infrastruktur sowie dem Gesundheitswesen. Noch im dritten Quartal soll Siemens zufolge der Verkauf an Nokia abgeschlossen werden.

NSN wird dann zur 100-prozentigen Tochter des finnischen Konzerns. Nokia-Chef Stephen Elop sagte, NSN habe sich zum "führenden Anbieter bei Mobilfunknetzen der nächsten Generation etabliert" und habe "attraktives Wachstumspotenzial". Nokia sei mit diesen Entwicklungen sehr zufrieden. NSN wolle eine "starke Präsenz in Deutschland behalten", kündigten beide Unternehmen an.

fdi/dpa/AFP
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