Neuausrichtung Siemens verspricht Görlitz ein Wasserstoffzentrum

Die Ankündigung von Siemens, ein Werk im sächsischen Görlitz zu schließen, sorgte vor zwei Jahren für Proteste. Der Konzern versprach, den Standort zu erhalten - und plant nun ein Wasserstoff-Kompetenzzentrum.
Siemens-Chef Joe Kaeser bei einem Besuch am Standort Görlitz

Siemens-Chef Joe Kaeser bei einem Besuch am Standort Görlitz

Foto: Filip Singer/epa

Noch vor zwei Jahren drohte dem Siemens-Werk in Görlitz das Aus, nun präsentiert der Konzern ein Konzept, um den Standort und Arbeitsplätze zu sichern. Im November 2017 beschloss Siemens die Schließung des dortigen Dampfturbinenwerks. Die rund 700 Arbeiter protestierten, Siemens lenkte unter dem öffentlichen Druck ein und versprach ein Konzept für die Zukunft. Jetzt folgt der Plan, wie dieses Konzept aussehen soll.

Geht es nach den Vorstellungen von Siemens und der sächsischen Landesregierung, wird auf dem Werksgelände in der Lausitz nun außerdem ein "Innovations-Campus" entstehen, auf dem sich Technologieunternehmen ansiedeln sollen.

Siemens und die Fraunhofer-Gesellschaft wollen ein Labor für Wasserstoff-Forschung aufbauen. Insgesamt werden demnach 30 Millionen Euro investiert, in den nächsten fünf Jahren sollen so etwa hundert Arbeitsplätze entstehen. Die Koordination und den Aufbau des Zentrums übernimmt die Leitung des Chemnitzer Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU).

"Mit diesem Zukunftspakt lösen wir unser Versprechen ein, den Strukturwandel der Lausitz aktiv mitzugestalten", sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Das Unternehmen will erforschen, wie der Kohlendioxidausstoß in der Industrie mit Wasserstofftechnologie reduziert werden kann.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Siemens angekündigt, Görlitz zur weltweiten Zentrale für das Geschäft mit Dampfturbinen aufzubauen. Einige der 700 Arbeitsplätze in Görlitz dürften dennoch wegfallen.

Die strukturschwache Lausitz nahe der polnischen Grenze leidet als eines der größten Braunkohle-Abbaugebiete Deutschlands unter dem künftigen Kohleausstieg.

rai/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.