Waffenhandel Kolumbien bestätigt Kauf von Sig-Sauer-Pistolen

Pistolen der deutschen Firma Sig Sauer sind nach Kolumbien exportiert worden - ohne Genehmigung. Verantwortlich soll die US-Regierung sein.
Sig-Sauer-Pistole : Gab es illegale Weiterverkäufe?

Sig-Sauer-Pistole : Gab es illegale Weiterverkäufe?

Foto: Erik S. Lesser/ dpa

Bogotá - Deutsche Waffen der Firma Sig Sauer sind ohne Genehmigung nach Kolumbien exportiert worden. Das hat das kolumbianische Verteidigungsministerium gegenüber der Zeitung "El Tiempo" bestätigt .

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hätte den Verkauf genehmigen müssen. Von 2006 an seien knapp 65.000 Pistolen vom Typ SP 2022 über das US-Verteidigungsministerium für 28,6 Millionen Dollar gekauft worden.

In Kolumbien weist man jede Schuld von sich: Der Import sei auf legalen Wegen über das amerikanische FMS-System (Foreign Military Sales) verlaufen, das Waffenverkäufe unter Regierungen ermöglicht. "Wenn in Deutschland Aufklärungsbedarf besteht, dann liegt es an den USA, zu antworten", zitierte "El Tiempo" kolumbianische Regierungsquellen.

Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte vor einer Woche Ermittlungen gegen Sig Sauer eingeleitet. Anlass waren Medienberichte über den Import in Kolumbien. Laut NDR gibt es Hinweise darauf, dass der Konzern wusste, dass die Waffen an die kolumbianische Polizei weitergeleitet worden sind. Ein Sprecher hatte nach den ersten Durchsuchungen gesagt, das Unternehmen sehe kein Fehlverhalten.

Der deutsche Waffenproduzent Sig Sauer hat ein Schwesterunternehmen in New Hampshire, das die Pistolen geliefert haben soll. Einige der Waffen trugen demnach jedoch die Aufschrift "Made in Germany". Nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung"  finden sich in internen Firmendokumenten zahlreiche Belege dafür, dass der Waffenproduzent aus Schleswig-Holstein wusste, dass die Waffen an die kolumbianische Polizei weitergeleitet wurden.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.