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Neue Technologien: Um diese Rohstoffe kämpfen die Firmen

Foto: Maurizio Gambarini/ picture alliance / dpa

Silber und Öl Anlegerflucht lässt Rohstoffpreise abstürzen

Es geht steil bergab an den Rohstoffmärkten: Der Ölpreis verbilligt sich binnen eines Tages um fast sieben Prozent, Silber hat in einer Woche rund ein Viertel an Wert verloren. Experten begründen den Einbruch unter anderem mit Sorgen um die Weltkonjunktur.

Frankfurt am Main - Die Rohstoffmärkte haben am Donnerstag heftige Verluste verbucht: Die Ölpreise sind amregelrecht eingebrochen. Am späten Nachmittag kostete ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent   rund 114 Dollar, gut sieben Dollar weniger als am Mittwoch. Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um rund sechs auf 103 Dollar.

Der starke Anstieg des Dollar   zum Euro belastete die Ölpreise, sagten Anleger. Ein steigender Dollarkurs macht Rohöl für Anleger teurer - dies belastet die Nachfrage. Der Euro sank um fast drei Cent auf rund 1,46 Dollar. Grund für den Absturz ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die EZB hatte für den Juni einen unveränderten Leitzins signalisiert.

Der Kurs für Silber   brach um bis zu neun Prozent ein - auf rund 36 Dollar je Feinunze. Damit hat das Edelmetall binnen Wochenfrist mehr als ein Viertel seines Wertes eingebüßt. Dies drückte auch auf den Preis für Kupfer  . Die Tonne des Industriemetalls wurde in London mehr als drei Prozent niedriger gehandelt. Mit 8835 Dollar war sie so billig wie zuletzt im Dezember 2010.

Börsianer begründeten den Kursverfall mit einer zunehmenden Furcht vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur. Schwache US-Arbeitsmarktdaten hatten Anleger beunruhigt. Allen Erwartungen zum Trotz haben in den vergangenen Wochen so viele Amerikaner Arbeitslosengeld beantragt wie seit acht Monaten nicht mehr. Außerdem kursierten Gerüchte über bevorstehende Zinserhöhungen in China und Indien.

Kakao, Zucker und Kupfer billiger

Auch bei Agrar-Rohstoffen waren Kursverluste von mehr als vier Prozent keine Seltenheit. Die Aussicht auf eine baldige Wiederaufnahme der Lieferungen aus dem wichtigen Exportland Elfenbeinküste beschleunigte zudem die Talfahrt des Kakao-Kurses. Preise für US-Kontrakte brachen um bis zu fünf Prozent auf 3056 Dollar je Tonne ein. US-Kontrakte verloren in der Spitze 3,4 Prozent an Wert.

Die Verkaufswelle am Rohstoffmarkt zog auch den Zuckerpreis nach unten. Der US-Kontrakt auf Rohzucker gab 2,5 Prozent auf rund 21 Cent je Pfund nach. Der in London gehandelte raffinierte Zucker verlor 2,3 Prozent auf gut 578 Dollar je Tonne.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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