Vorbereitungen für Silvester Deutschland importiert weniger Raketen und Böller als im Vor-Corona-Jahr 2019

In der vergangenen Silvesternacht war Feuerwerk verboten. Nun kehrt die Tradition zurück, doch die Raketenimporte sind deutlich niedriger als 2019. Deutschland hat bislang 81 Prozent weniger Feuerwerk eingeführt.
Feuerwerk über Görlitz: Deutschland importiert weniger Böller

Feuerwerk über Görlitz: Deutschland importiert weniger Böller

Foto: Felix Leda / lausitznews.de / IMAGO

Auch wenn es zu Silvester voraussichtlich kein Verkaufsverbot für Böller und Raketen geben dürfte, liegen die Importe von Feuerwerkskörpern derzeit deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau.

Von Januar bis September 2022 wurden rund 5700 Tonnen Feuerwerkskörper nach Deutschland importiert, teilt das Statistische Bundesamt  in Wiesbaden mit. Das sind 81 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vor-Corona-Jahres 2019, damals waren es 29.800 Tonnen. Im Vergleich zum Jahr 2021 stieg der Import von Feuerwerk aber an, damals waren im gesamten Jahr nur 2300 Tonnen Feuerwerk eingeführt worden.

Der Hauptgrund für das niedrige Niveau im Vorjahr war laut Bundesamt das damalige Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk. Damit sollten Unfälle mit Feuerwerkskörpern verhindert und die infolge der Coronapandemie stark beanspruchten Krankenhäuser vor Überlastung geschützt werden.

2700 Tonnen exportiert

Laut Angaben aus Wiesbaden hat Deutschland auch zahlreiche Feuerwerkskörper exportiert. Während in den ersten drei Quartalen 2019 rund 2200 Tonnen exportiert wurden, stiegen die Ausfuhren in diesem Jahr bereits auf 2700 Tonnen an. Wichtigste Abnehmer von deutschen Feuerwerkskörpern waren im bisherigen Jahresverlauf die Niederlande (49 Prozent), Italien (23 Prozent) und Belgien (18 Prozent).

Ein zwischenzeitlich vor dem Hintergrund der Coronakrise diskutiertes grundsätzliches Feuerwerksverbot wurde bislang nicht beschlossen. Laut Bundesamt wollen jedoch einige Städte das private Feuerwerk auch in diesem Jahr zumindest mancherorts verbieten.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) dringt gemeinsam mit Umwelt-, Ärzte- und Tierschutzverbänden auf ein sofortiges Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk. »Wir fordern ein Ende der archaischen Silvesterböllerei«, sagte Jürgen Resch, DHU-Bundesgeschäftsführer: »Auch wir wünschen uns rauschende Silvesterfeste«, sagte er – aber ohne Luftverschmutzung, Krach und Abfall.

Der Bundesverband Pyrotechnik kritisierte Forderungen nach Feuerwerksverboten zu Silvester. Ein Feuerwerk sei »für viele Menschen von hohem Wert«, sagte Verbandsvorsitzender Ingo Schubert. »Nach zwei Jahren Verbot im Kontext der Coronapandemie sehnen sich die Menschen nach der feurigen Silvestertradition.«

ptz/dpa/AFP

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