Sindelfingen 15.000 Daimler-Mitarbeiter demonstrieren für ihre Arbeitsplätze

Sie geben den Kampf um die C-Klasse nicht auf: Rund 15.000 Daimler-Mitarbeiter sind in die Innenstadt von Sindelfingen marschiert. Doch Konzernchef Dieter Zetsche bleibt hart. Er kritisierte den Protest der Belegschaft und verteidigte die geplante Produktionsverlagerung.

dpa

Sindelfingen - Rund 15.000 Mitarbeiter des Daimler-Werks in Sindelfingen sind am Freitag für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Straße gegangen. Nach Angaben der IG Metall nahmen fast alle Beschäftigten der Früh- und der Normalschicht an dem Demonstrationsmarsch teil.

Der Protest richtet sich gegen Pläne der Daimler-Spitze, den Bau der Mercedes-C-Klasse zu verlagern. Der Konzern hatte am Mittwoch angekündigt, die Fertigung der erfolgreichen Baureihe aus dem Traditionswerk Sindelfingen abzuziehen. Die C-Klasse soll ab 2014 vor allem in Bremen und in den USA gefertigt werden.

Der Betriebsrat befürchtet deswegen den Verlust von 3000 Jobs. Laut Vorstand sind aber nur 1800 Jobs betroffen. Den Mitarbeitern sollen andere Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden. Auf Transparenten der Demonstranten war zu lesen "Gute Nacht Baden-Württemberg" und "Jetzt C-Klasse und E-Klasse - was läuft dann?". Bereits am Mittwoch hatten die Beschäftigten die Arbeit niedergelegt.

Daimler-Chef Dieter Zetsche beeindrucken die Proteste allerdings wenig. Er verteidigte die geplante Verlagerung. "Man könnte die Situation aus heutiger Sicht überspitzt so darstellen, dass wir nicht vor der Alternative standen, die C-Klasse in Sindelfingen für die USA zu produzieren, sondern ob wir sie für die USA überhaupt noch produzieren können oder nicht", sagte Zetsche den "Stuttgarter Nachrichten".

Zetsche zeigte zwar Verständnis für die Arbeitsniederlegungen. "Bei Mitarbeitern, die teils über Generationen hervorragende Leistungen gebracht haben, entsteht schon mal das Gefühl, dieses Modell gehöre sozusagen ihnen." Aber durch die Verlagerung nehme man Wachstumschancen wahr, die letztlich auch in Deutschland Arbeitsstellen sicherten.

ore/dpa/AFP



insgesamt 2785 Beiträge
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Volker Gretz, 19.10.2009
1.
Zitat von sysopVerliert Mercedes seinen Nimbus? Es wird eng für Mercedes. 2010 wird der Absatz des Mutterkonzerns Daimler hinter Audi zurückfallen. Im Premiummarkt wäre Mercedes dann nur noch die Nummer Drei - verliert die einstige Premiummarke allmählich ihren Nimbus?
Welchen Nimbus? "Premiummarke" (Aufgeld für Werbung) wäre vor 15 Jahren noch ein Schimpfwort für Mercedes gewesen. Jetzt müssen sich die früher nahezu unkaputtbaren und luxuriösen Autos mit der Beschimpfung "Premium" zufrieden geben. Hätte schlimmer kommen können - immerhin hat der aktuelle, zemporäre vor kurzem noch Crysler exekutiert. Immerhin bewegen sich die Chip-Schleudern mit dem Stern (manchmal) noch :-)
ergoprox 19.10.2009
2.
Ein paar größenwahnsinnige, dafür auch noch fürstlich entlohnte, Manager haben noch jeden Laden kleingekriegt.
harrybr 19.10.2009
3.
Zitat von sysopVerliert Mercedes seinen Nimbus? Es wird eng für Mercedes. 2010 wird der Absatz des Mutterkonzerns Daimler hinter Audi zurückfallen. Im Premiummarkt wäre Mercedes dann nur noch die Nummer Drei - verliert die einstige Premiummarke allmählich ihren Nimbus?
wäre doch schön
Albedo4k8, 19.10.2009
4.
Das Daimler nach Opel ins Grass beisst war eigentlich schon immer recht offensichtlich. Die Dinosaurier sterben eben irgendwann. Opel, Daimler, BMW und zum Schluss VW das duerfte in etwa die Rangfolge vom dt. Automobilhersteller sterben sein.
CMH 19.10.2009
5.
Audi soll Premium sein? Ist das hier ein Satire-Forum?
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