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12. April 2010, 12:29 Uhr

Sipri-Studie

BAE-Systems größter Rüstungskonzern der Welt

Geschäfte mit Waffen haben im Jahr 2008 obszöne Dimensionen erreicht: Insgesamt setzte die Branche fast 400 Milliarden Euro um. Den Markt dominieren allerdings nicht mehr die US-Hersteller - erstmals präsentiert sich mit BAE-Systems ein britischer Konzern als Branchenprimus.

Stockholm - Der britische Rüstungskonzern BAE Systems ist zum größten Waffenhersteller der Welt aufgestiegen. Damit stehe zum ersten Mal ein Konzern an der Spitze der hundert wichtigsten Waffenhersteller weltweit, der nicht aus den USA komme, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri.

Im Jahr 2008 habe der britische Konzern mit Waffenverkäufen im Wert von 23,7 Milliarden Euro das US-Unternehmen Boeing vom ersten Platz verdrängt. Hauptgrund sei der hohe Umsatz in den USA, der einen Verkaufsrückgang in anderen Ländern, vor allem in Großbritannien, ausgleiche, teilte Sipri mit. Der Luft- und Raumfahrtkonzern musste aber noch einem zweiten Konkurrenten den Vortritt lassen. Mit Umsätzen im Waffengeschäft von 21,5 Milliarden Euro setzte der US-Konkurrent Lockheed Martin rund hundert Millionen Euro mehr um als Boeing. Die europäische Konzerngruppe EADS landete auf Platz sieben.

Der Umsatz von BAE-Systems lag damit 2008 höher, als das Bruttoinlandsprodukt von 105 der Staaten, die auf der Liste der Weltbank stehen. Gemeinsam erzielten die hundert größten Rüstungsfirmen der Welt laut Sipri 2008 einen Umsatz von 385 Milliarden Euro, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Laut OECD betrug der Betrag für die Entwicklungshilfe im gleichen Jahr weltweit 120 Milliarden Euro. Der Waffenumsatz von Lockheed Martin lag knapp vier Milliarden höher als das Budget der US-Entwicklungshilfe.

BAE Systems ist unter anderem am Bau des Kampfjets Eurofighter beteiligt.

mik/AFP

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