Sipri-Studie BAE-Systems größter Rüstungskonzern der Welt

Geschäfte mit Waffen haben im Jahr 2008 obszöne Dimensionen erreicht: Insgesamt setzte die Branche fast 400 Milliarden Euro um. Den Markt dominieren allerdings nicht mehr die US-Hersteller - erstmals präsentiert sich mit BAE-Systems ein britischer Konzern als Branchenprimus.

BAE-Werft in Glasgow: Umsatz übersteigt das BIP von 105 Staaten
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BAE-Werft in Glasgow: Umsatz übersteigt das BIP von 105 Staaten


Stockholm - Der britische Rüstungskonzern BAE Systems Chart zeigen ist zum größten Waffenhersteller der Welt aufgestiegen. Damit stehe zum ersten Mal ein Konzern an der Spitze der hundert wichtigsten Waffenhersteller weltweit, der nicht aus den USA komme, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri.

Im Jahr 2008 habe der britische Konzern mit Waffenverkäufen im Wert von 23,7 Milliarden Euro das US-Unternehmen Boeing Chart zeigen vom ersten Platz verdrängt. Hauptgrund sei der hohe Umsatz in den USA, der einen Verkaufsrückgang in anderen Ländern, vor allem in Großbritannien, ausgleiche, teilte Sipri mit. Der Luft- und Raumfahrtkonzern musste aber noch einem zweiten Konkurrenten den Vortritt lassen. Mit Umsätzen im Waffengeschäft von 21,5 Milliarden Euro setzte der US-Konkurrent Lockheed Martin Chart zeigen rund hundert Millionen Euro mehr um als Boeing. Die europäische Konzerngruppe EADS Chart zeigen landete auf Platz sieben.

Der Umsatz von BAE-Systems lag damit 2008 höher, als das Bruttoinlandsprodukt von 105 der Staaten, die auf der Liste der Weltbank stehen. Gemeinsam erzielten die hundert größten Rüstungsfirmen der Welt laut Sipri 2008 einen Umsatz von 385 Milliarden Euro, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Laut OECD betrug der Betrag für die Entwicklungshilfe im gleichen Jahr weltweit 120 Milliarden Euro. Der Waffenumsatz von Lockheed Martin lag knapp vier Milliarden höher als das Budget der US-Entwicklungshilfe.

BAE Systems ist unter anderem am Bau des Kampfjets Eurofighter beteiligt.

Rüstungskonzerne

2008 2007 Unternehmen (Land) 2008 Waffenverkäufe (in Mio. USD) 2007 Waffenverkäufe (in Mio. USD) Anteil am Konzern-Geschäft*, 2008
1 2 BAE Systems (Großbritannien) 32.420 29.860 95
2 3 Lockheed Martin (USA) 29.880 29.400 70
3 1 Boeing (USA) 29.200 30.480 48
4 4 Northrop Grumman (USA) 26.090 24.600 77
5 5 General Dynamics (USA) 22.780 21.520 78
6 6 Raytheon (USA) 21.030 19.540 91
7 7 EADS (Westeuropa) 17.900 13.100 28
8 9 Finmeccanica (Italien) 13.020 9.850 52
9 8 L-3 Communications (USA) 12.160 11.240 82
10 10 Thales (Frankreich) 10.760 9.350 58

Quelle: SIPRI *Angaben in Prozent

mik/AFP



insgesamt 384 Beiträge
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Seite 1
Arg-US 09.04.2010
1. "Begrenzung der Atomarsenale", aber keine Wende in der aggressiven Politik der USA!
Zitat von sysopAtomwaffen abschaffen, Terrorismus verhindern: US-Präsident Obama setzt sich ehrgeizige Ziele für seinen historischen Nuklear-Gipfel in Washington. Staatslenker aus 46 Nationen sind geladen - doch nicht alle teilen seine Vision einer atomwaffenfreien Welt. Ist die Abrüstung wieder eine realistische Vision?
Das wäre wünschenswert, doch es steht zu befürchten, dass sich de facto überhaupt nichts an der essentiellen Gefährdung der Menschheit ändern wird. Beide Staaten verfügen trotz der "Begrenzung der Atomarsenale" immer noch über ein mehrfaches atomares Overkillpotential. Außerdem hat Obama durchblicken lassen, dass die USA stattdessen ihre konventionelle Rüstung aufstocken wollen, obwohl sie bisher schon für Rüstung und Militär alleine mehr ausgeben als die nächsten zehn größten Rüstungsetats anderer Staaten zusammen. Es wird keine Wende in der aggressiven Weltpolitik der USA herbeiführen, denn es findet kein grundsätzliches Umdenken statt und der modus operandi bleibt der alte!
Palmstroem, 09.04.2010
2. Obama - Der Heilige des Weltfrieden
Zitat von sysopAtomwaffen abschaffen, Terrorismus verhindern: US-Präsident Obama setzt sich ehrgeizige Ziele für seinen historischen Nuklear-Gipfel in Washington. Staatslenker aus 46 Nationen sind geladen - doch nicht alle teilen seine Vision einer atomwaffenfreien Welt. Ist die Abrüstung wieder eine realistische Vision?
Warum, wird die Kalaschnikow verboten?
Arg-US 09.04.2010
3. Die Rhetorik einer schlichten Gewinn- und Verlustrechnung!
Zitat von PalmstroemWarum, wird die Kalaschnikow verboten?
Die ist noch weltweit im Einsatz und wird wohl noch auf Weiteres gebraucht werden! Atombomben kamen genau genommen – trotz der darauf verschwendeten Billionen Dollars - nur zweimal zum Kriegseinsatz auf wehrlose zivile Großstädte und das eigentlich nur als zynischer Feldversuch unter Realbedingungen. Unschuldige Menschen degradiert zu hilflosen Versuchskaninchen! Er hat keine Kosten gescheut, diese nuklearen Waffen zu vermehren und zu vervollkommnen, so dass er jetzt auf die alten und obsoleten gut verzichten kann. Der Gipfel der Heuchelei besteht wohl darin, dass man dieses Ausmustern von Atomschrott als "Begrenzung der Atomarsenale" demagogisch geschickt darzustellen versucht, weil die Unterhaltung unnötige Kosten verursachte.
ambergris 09.04.2010
4.
Spannend wird Abrüstung erst da, wo zwei Nationen freiwillig eine militärische Option aufgeben. Auch nach dem Abkommen haben die USA und Russland die Möglichkeiten, die Welt in Grund und Boden zu bomben.
Antje Technau, 09.04.2010
5.
Zitat von sysopAtomwaffen abschaffen, Terrorismus verhindern: US-Präsident Obama setzt sich ehrgeizige Ziele für seinen historischen Nuklear-Gipfel in Washington. Staatslenker aus 46 Nationen sind geladen - doch nicht alle teilen seine Vision einer atomwaffenfreien Welt. Ist die Abrüstung wieder eine realistische Vision?
Obama nannte als Ziel eine atomwaffenfreie Welt. Israel verweigert sich dieser Vision und Netanjahu kommt nicht zu der von Obama einberufenen Konferenz: Binyamin Netanyahu pulls out of Washington nuclear weapons summit (http://www.guardian.co.uk/world/2010/apr/09/netanyahu-snubs-nuclear-weapons-summit) Präsident Obamas Reaktion auf diesen Affront durch Israel wird zeigen, wie ernst es Obama mit seinem Plan ist. Oder ob seine "atomwaffenfreie Welt" sich nur auf Staaten wie den Iran bezieht. Wie die Vorredner schon sagten: außer Atombomben gibt es noch genug andere Waffen, mit denen die USA und andere Länder die Welt zerstören können. Auch diese Waffen müssten verschwinden, wenn man dafür sorgen wollte, dass Menschen nicht mehr zu Millionen in Kriegen sterben sollen.
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