Skandal-Hedgefonds Liechtensteiner Ministerin arbeitete für K1

Der Hedgefonds K1 hatte 2008 ein prominentes Mitglied im Verwaltungsrat: Liechtensteins Justiz- und Außenministerin Aurelia Frick. Der Fonds steht im Verdacht, Banken und Anleger um dreistellige Millionenbeträge betrogen zu haben.


Zürich - Die Affäre um den Hedgefonds K1 weitet sich aus: Wie ein Regierungssprecher bestätigte, hat Lichtensteins amtierende Justiz- und Außenministerin Aurelia Frick einige Monate für K1 gearbeitet. Sie habe vom 6. August bis 29. Dezember 2008 dem Board of Directors der K1-Vertriebsfirma K1 Fund Distribution in London angehört.

Der Sprecher bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatt". Zwar habe das Gremium während der Amtszeit von Frick nie getagt, trotzdem habe die 34 Jahre alte Juristin den Jahresabschluss 2007 mit zu verantworten, räumte er ein.

Der K1-Gründer Helmut Kiener, ein Psychologe aus dem nordbayerischen Aschaffenburg, sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Banken und Anleger um dreistellige Millionenbeträge betrogen zu haben. Das eingesammelte Geld sei vermutlich verloren. Liechtenstein war in der Affäre bereits als Sitz einer Tochterfirma des Wiener Versicherers Vienna Insurance Group (Wiener Städtische, VIG) aufgefallen, die mit K1 bei Lebensversicherungspolicen zusammengearbeitet hatte.

Frick, die seit März 2009 Ministerin ist, habe im Dezember 2008 ihren Rücktritt bei K1 erklärt, weil man ihrer Bitte um mehr Information über die Tätigkeit der Firma nicht entsprochen sei, sagte der Regierungssprecher. An den Posten bei K1 sei sie als Eigentümerin der Treuhandfirma Fidaura Trust gekommen. Auch in Liechtenstein ermitteln die Strafverfolger in Sachen K1. Die deutschen Behörden hatten um Rechtshilfe gebeten. In der Schweiz läuft ebenfalls ein Rechtshilfeverfahren. Dort haben sich ebenfalls mehr als ein Dutzend Geschädigte von K1 gemeldet. Dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge wird allerdings gegen Frick weder in Liechtenstein noch in Würzburg ermittelt.

ssu/Reuters



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