Skandalkonzern Ex-AIG-Chef verklagt US-Regierung wegen Rettung

Er hat noch eine Rechnung offen: Maurice Greenberg war jahrzehntelang Chef des Versicherungskonzerns AIG, der in der Finanzkrise ins Straucheln geriet. Nun verklagt Greenberg die US-Regierung - weil sie AIG verstaatlichte.
Maurice Greenberg (2009): War die Verstaatlichung verfassungswidrig?

Maurice Greenberg (2009): War die Verstaatlichung verfassungswidrig?

Foto: Spencer Platt/ Getty Images

New York/Washington - Maurice "Hank" Greenberg ist ein echtes Stehaufmännchen: Er machte den US-Versicherer AIG   zur weltweiten Nummer eins, bevor dieser in der Finanzkrise ins Straucheln geriet und verstaatlicht wurde. Nach fast 40 Jahren an der Unternehmensspitze musste Greenberg 2005 wegen Betrugsermittlungen seinen Posten räumen. Er einigte sich jedoch später mit der Börsenaufsicht auf einen Vergleich und gab kurz darauf die Gründung seiner neuen Firma Starr International bekannt. Nun verklagt Starr International die US-Regierung.

In einer am Montag bekannt gewordenen Klageschrift fordert das Unternehmen 25 Milliarden Dollar. Zur Begründung heißt es, die Verstaatlichung sei verfassungswidrig gewesen. Die US-Regierung habe Mittel von AIG an andere Institutionen geleitet und so durch die Hintertür weitere Unternehmen vor der Pleite gerettet. Dadurch sieht sich Starr um Teile seiner Vermögenswerte gebracht - das Unternehmen war Großaktionär von AIG.

Ein großer Teil des 182 Milliarden Dollar schweren Rettungspakets für AIG war für die Bezahlungen von Verbindlichkeiten des Versicherers an Großbanken verwendet worden. AIG hat seit der Rettung Vermögenswerte und Geschäftsbereiche im Wert von mehr als 50 Milliarden US-Dollar verkauft, um die Staatshilfen zurückzuzahlen. Der Staat hat sich mittlerweile von einem Teil seiner AIG-Aktien getrennt. Das US-Justizministerium lehnte einen Kommentar ab. Starr war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Bereits 2009 hatte Greenberg auch AIG verklagt. Er war seinem früheren Arbeitgeber Betrug vor, weil dieser ihn bei der Zuteilung von Aktien im Rahmen seiner Abfindung falsch über die finanzielle Lage der Firma informiert habe. AIG wiederum forderte von Starr International und Greenberg wegen des Bilanzskandals 2005 eine Milliarde Dollar. Noch im selben Jahr einigten sich AIG und Greenberg jedoch darauf, die gegenseitigen Klagen fallenzulassen.

dab/dpa-AFX/dapd
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