Übernahme von Sky Deutschland Murdoch will sein Bezahlsender-Imperium neu ordnen

Medienmogul Rupert Murdoch will sein Pay-TV-Geschäft in Europa neu ordnen. Dazu soll der Bezahlsender Sky Deutschland an die britische Sendergruppe BSkyB gehen. Entsprechende Vorgespräche laufen bereits.

Rupert Murdoch: Sendertausch im Medienimperium
AFP

Rupert Murdoch: Sendertausch im Medienimperium


München - Der Bezahlsender Sky Deutschland könnte bald Teil eines europaweiten Netzwerkes von Pay-TV-Angeboten werden. Denn Medienunternehmer Rupert Murdoch will seine Bezahlsender in Europa enger verzahnen. Die britische Sendergruppe BSkyB Chart zeigen teilte mit, sie spreche mit dem bisherigen Mehrheitseigner 21st Century Fox über eine Übernahme der Anteile an Sky Deutschland Chart zeigen sowie an Sky Italia. Es handele sich um "Vorgespräche". Sollte das Geschäft zu einem angemessenen Preis zustande kommen, habe es "das Potenzial, eine Bezahlsender-Gruppe auf Weltniveau zu schaffen".

21st Century Fox erklärte in einer Mitteilung, es gebe "zahlreiche interne Diskussionen über die Organisation und die Besitzstruktur der europäischen Satellitensender der Marke Sky". Eine Einigung gebe es bislang nicht.

Sowohl BSkyB als auch 21st Century Fox werden von Murdoch kontrolliert. 21st Century Fox gehört als Dachgesellschaft zu Murdochs Imperium und bündelt dessen TV- und Filmaktivitäten. Die Gruppe hält auch 39,5 Prozent an BSkyB.

Murdoch wollte BSkyB eigentlich ganz übernehmen, war jedoch wegen des politischen Drucks infolge des Abhörskandals seiner Zeitungen in Großbritannien damit gescheitert. Durch den Kauf der beiden Sender würde BSkyB zwei neue Länder erschließen und die Kundenzahl von rund 15 auf rund 23,5 Millionen steigern.

Für Murdoch hätte es auch den Vorteil, dass der ebenfalls von ihm kontrollierte Konzern 21st Century Fox klarer aufgestellt ist. Investoren hatten dies zuletzt immer wieder gefordert. Das Unternehmen solle sich stärker auf das profitable Kerngeschäft der Medienproduktion etwa mit Spielfilmen konzentrieren. Der 83-jährige Unternehmer hatte das Film- und TV-Geschäft erst im vergangenen Jahr von seinem Konzern News Corp. Chart zeigen abgespalten. Die Mehrheit an Sky Deutschlandübernahm er im Januar 2013 für rund 350 Millionen Euro.

Für Sky-Kunden dürfte sich nichts ändern

Sky Deutschland ist zuletzt stark gewachsen, steckt aber immer noch in den roten Zahlen. Zumindest operativ erzielte der Sender aber im vergangenen Jahr einen Gewinn. Wann auch unter dem Strich schwarze Zahlen stehen, ist aber noch offen. Sollte die Übernahme durch BSkyB klappen, dürfte sich für die deutschen Kunden aller Voraussicht nach nicht viel ändern. "Sky Deutschland wird wohl lediglich in einer anderen Garage geparkt", sagte ein Börsianer.

Sollte BSkyB die Sky-Deutschland-Anteile übernehmen, müsste der Konzern den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot machen. Dabei würde BSykB aber nur den gesetzlich geforderten Mindestpreis und keinen Aufschlag zahlen, teilte das britische Unternehmen mit. Der Anteil an Sky Deutschland, den Murdoch über Fox hält, ist zum Schlusskurs vom Freitag rund drei Milliarden Euro wert.

mmq/dpa-AFX/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
christian simons 12.05.2014
1.
Zitat von sysopAFPMedienmogul Rupert Murdoch will sein Pay-TV-Geschäft in Europa neu ordnen. Dazu soll der Bezahlsender Sky Deutschland an die britische Sendergruppe BSkyB gehen. Entsprechende Vorgespräche laufen bereits. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/sky-deutschland-murdoch-will-bezahlsender-neu-strukturieren-a-968901.html
Die spannende Frage lautet: Bekommen wir durch Murdoch ein deutsches HBO (ja, bittte) oder ein deutsches "Fox News" (viel Spaß mit Eva Herman)?
rumpelstilzchen1980 12.05.2014
2.
Wieviele Jahrzehnte darf der Haufen eigentlich rote Zahlen einfahren?
marthaimschnee 12.05.2014
3.
Oh ja, Sky muß unbedingt umgeordnet werden. Der Verein kommt der Gewinnzone vollkommen überraschend gefährlich nahe!
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