Mobilfunkmarkt Milliardär Slim gibt Widerstand gegen E-Plus-Verkauf auf

Er galt als härtester Kritiker des Verkaufs von E-Plus an den O2-Mutterkonzern Telefónica. Nun hat der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim seine Meinung offenbar geändert. Er werde dem Deal zustimmen, teilt Telefónica nun mit.

Multimilliardär Slim: Will E-Plus-Verkauf zustimmen
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Multimilliardär Slim: Will E-Plus-Verkauf zustimmen


München/Den Haag - Der Weg für den geplanten Verkauf des Mobilfunkanbieters E-Plus an Telefónica ist frei. Der mexikanische Großaktionär der niederländischen E-Plus-Mutter KPN Chart zeigen, América Movil, wird dem Geschäft auf einer außerordentlichen Hauptversammlung zustimmen. Das teilte Telefónica Deutschland am Montag in München mit. Allerdings weist Telefónica darauf hin, dass der Deal weiter unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Wettbewerbsbehörden stehe.

América Móvil wird vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim kontrolliert und ist Großaktionär der niederländischen KPN. Slim galt bislang als Kritiker des Geschäfts und es war unklar, ob er den E-Plus-Verkauf an Telefónica blockieren oder durchwinken wird. Diese Zweifel sind nun ausgeräumt.

In der Mitteilung von Telefónica Deutschland heißt es, die spanische Muttergesellschaft habe bestätigt, dass América Móvil sich "unwiderruflich dazu verpflichtet" habe, dem Erwerb von E-Plus durch Telefónica von KPN auf der außerordentlichen Hauptversammlung von KPN am 2. Oktober 2013 zuzustimmen.

Slims Vermögen wird von dem US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" auf 72,1 Milliarden Dollar beziffert. Damit liegt er auf der Reichenliste knapp hinter Microsoft-Gründer Bill Gates auf Platz zwei. 2012 war Slim in den europäischen Telekommarkt eingestiegen und beteiligte sich neben KPN auch an Telekom Austria.

O2-Mutterkonzern erhöht Angebot

Der Zeitpunkt für Übernahmen im Telekommunikationssektor ist günstig: Die Aktienkurse sind niedrig und viele Konzerne trennen sich von Geschäften, weil die Konkurrenz zu groß ist und Wachstumsaussichten fehlen.

Ende Juli hatte die O2-Mutter Telefónica ein Angebot für E-Plus abgegeben. Gemeinsam würden die beiden Unternehmen zum größten Mobilfunkanbieter in Deutschland aufsteigen - vor der Deutschen Telekom und Vodafone.

Telefónica hat sein Angebot indes erhöht. E-Plus werde nun mit 8,55 Milliarden Euro bewertet, teilte KPN am Montag mit. Mit dem aufgestockten Angebot reagierte Telefónica Deutschland offenbar auf die Kritik von Slim. Der KPN-Großaktionär hatte den Kaufpreis als zu niedrig bezeichnet.

cte/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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didoma 26.08.2013
1. was Geld alles ausmacht
das war doch der Plan von Hr. S. soviel Geld wie möglich Rau holen und sich schön zurück lehnen. Es wird eh eine Kundenflcht von E2 oder O+ geben bzw die doppelt Kunden aufgelöst werden. Da sich die beiden kleinen hauptsächlich durch billig hervorragenden Anbieter waren aber das Netz auf dem Land schlecht ist
ihawk 26.08.2013
2. Geschäft in US Manier
Es geht anscheinend doch - der Betrug am Verbraucher durch Verkauf der Firma. Das funktioniert, wenn man viel Geld hat so: Möglichst viele Kunden einsammeln mit der Aussage "Wir können es besser und vor Allem billiger als die Konkurrenz". Auf Gewinn wird bewusst verzichtet, der kommt später. Sind genügend Kunden angesammelt, steht die Firma zum gewinnbringenden Verkauf ... und der Kunde landet bei der Firma von der er eigentlich weg wollte als Kunde dritter Klasse - und so wird er auch behandelt bis er auf einen dem neuen Besitzer genehmen Tarif wechselt. Isoliert gesehen ist das ein vorzügliches Geschäft, bei dem sich sehr viel Geld in relativ kurzer Zeit "verdienen" lässt ... mit einem kleinen Schönheitsfehler: Am Schluss ist der Kunde immer derjenige der die Sause bezahlt und sich mit Recht beschissen fühlt.
aoh39 26.08.2013
3.
deshalb bleibe ich bei der "teuren" telekom. bisher habe ich nur wenig grund zum meckern gehabt. bei meinen zwei testanbietern weit mehr.
osmanian 26.08.2013
4. Geld hilft nicht immer
Alleine mit Geld und Macht kommt man manchmal nicht weiter..Es kommt auch immer darauf an wie der Wind des Zeitgeistes weht!
Abbuzze 26.08.2013
5.
Konkurenz belebt das Geschäft... Ach ja schade, das fällt für den Kunden jetzt ja flach. Der Kunde zahlts durch hohe Preise. Keine Kontrolle: Deutsche Handy-Preise viel zu hoch | DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN (http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/02/keine-kontrolle-deutsche-handy-preise-viel-zu-hoch/)
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