Zweifel an Erfolgschancen Snap-Aktie stürzt ab

Kurz nach dem fulminanten Börsendebüt stürzt die Aktie von Snap um zwölf Prozent ab - und fällt am Ende sogar unter den Startkurs. Experten zweifeln an den Erfolgschancen des Unternehmens.
Logo von Snapchat

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Foto: Patrick Seeger/ dpa

Vergangenen Donnerstag noch stand Evan Spiegel, 26, Erfinder des innovativen Chat-Dienstes Snapchat, in der New Yorker Börse und drückte, die rechte Hand lässig in der Hosentasche seines Maßanzuges, den goldenen Knopf der Börsenklingel. Es war der Startschuss für das beeindruckende Debüt seiner Firma Snap auf dem Aktienmarkt. Anleger rissen sich um das Papier, gleich zum Börsenstart legte es um satte 44 Prozent zu.

Nun, nur drei Werktage später, ist die Begeisterung vorerst verflogen. Die Snap-Aktie stürzte am Montag regelrecht ab, fiel um mehr als zwölf Prozent. Endstand: 23,77 Dollar, weniger als der Startkurs.

Hauptgrund für die plötzliche Ernüchterung sind immer mehr negative Bewertungen von Analysten. Sieben Börsenexperten haben laut "Financial Times"  inzwischen Einschätzungen veröffentlicht, wie es um Snap bestellt ist; kein einziger davon empfiehlt die Aktie zu kaufen. Fünf der Analysten raten sogar explizit, das Papier abzustoßen. Sie halten die Aktie für völlig überbewertet.

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Die Experten stören sich vor allem an zwei Dingen. Anleger konnten, erstens, nur Aktien ohne jedes Stimmrecht kaufen. Das heißt: Sie bekommen Anteile am Unternehmen, haben aber keinen Einfluss auf operative Entscheidungen.

Für Kleinanleger mag das egal sein, doch dass große, kapitalstarke Fondsgesellschaften solche Aktien kaufen, ist ungewöhnlich. Der Council for Institutional Investors, ein Verbund von Pensionsfonds, fordert nun gar, Snap wegen seiner restriktiven Stimmrechte aus dem Börsenindex zu verbannen.

Zweitens sorgen sich Branchenkenner um die harte Konkurrenz von Facebook mit seinen Plattformen Instagram und WhatsApp. Snapchat war mit Fotos, die nach dem Ansehen von allein verschwinden, populär geworden und kommt inzwischen auf rund 160 Millionen Nutzer täglich. Inzwischen hat Facebook diese Funktion bei seinen Diensten kopiert. Seitdem gewinnt Snapchat nur noch schleppend neue Nutzer hinzu. (Eine ausführliche Analyse zum Konkurrenzkampf von Snap und Facebook lesen Sie hier.)

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textfassung hieß es, die Snap-Aktie sei unter den Ausgabekurs gefallen. Tatsächlich fiel sie unter den Startkurs. Wir haben den Fehler korrigiert.

ssu
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