Vor US-Börsengang Snap will an der Wall Street 3,4 Milliarden Dollar einnehmen

Die Foto-App Snapchat ist bei Investoren beliebt, trotz zuletzt schwacher Wachstumszahlen. Beim Debüt an der Wall Street ist der Ausgabepreis für die erst 2011 gegründete Firma dennoch angehoben worden.

Snapchat-Logo an Fassade der New Yorker Börse
REUTERS

Snapchat-Logo an Fassade der New Yorker Börse


Kurz vor dem Börsenstart der populären Social-Media-Firma Snap an der Wall Street ist die Nachfrage offenbar groß. Die Betreiber-Firma von Snapchat hat den Ausgabepreis deshalb auf 17 Dollar festgesetzt - und damit sogar noch leicht über der zuvor abgesteckten Spanne von 14 bis 16 Dollar.

Snap dürfte damit rund 3,4 Milliarden Dollar (umgerechnet 3,2 Milliarden Euro) beim Börsendebüt am Donnerstag einnehmen. Insgesamt würde das soziale Netzwerk dann mit rund 24 Milliarden Dollar bewertet. Es ist der größte US-Börsengang seit der chinesischen Handelsplattform Alibaba Chart zeigen 2014.

Die Gründer Evan Spiegel (26) und Bobby Murphy (28) wollen sich allerdings weiter die volle Kontrolle über das Unternehmen sichern. Die Aktien werden deshalb ohne Stimmrechte ausgegeben. Diese bleiben zu 90 Prozent bei Spiegel und Murphy.

Die im Börsenprospekt erstmals veröffentlichten Unternehmenszahlen haben allerdings auch Schwachstellen im Geschäft offengelegt. So stockt das früher rasante Wachstum der Nutzerzahlen seit Ende des vergangenen Jahres - weil Konkurrenten wie Facebook Chart zeigen auf Snapchats Erfolge reagieren (mehr zum Thema: Zuckerbergs Rache). Snapchat hatte im vierten Quartal 2016 im Schnitt rund 158 Millionen User am Tag, das waren fünf Millionen mehr als in den drei Monaten zuvor. In der Branche gilt das als geringer Zuwachs.

Der Jahresumsatz sprang gleichwohl von 58,6 auf 404,5 Millionen Dollar, da das Geschäft mit Werbeanzeigen Fahrt aufnahm. Die Verluste blieben aber deutlich höher. Snap verlor im vergangenen Jahr 514,6 Millionen Dollar, nach einem Fehlbetrag von knapp 373 Millionen Dollar 2015.

beb/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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tpro 02.03.2017
1.
3,4 Milliarden nur für gepumpte Luft.
wasistlosnix 02.03.2017
2. Wo ist der Wert
Eine Firma die nahezu 1 Milliarde (den gesamten Umsatz und dann noch über 500 000 verlust) im letzten Jahr verbrannt hat wird mit 34 Milliarden Wert gehandelt.
minsk60 02.03.2017
3. Investoren
Zitat von tpro3,4 Milliarden nur für gepumpte Luft.
Ich gehe davon aus, daß die eventuellen Käufer sich der Risiken aber eben auch der Chancen bewußt sind.
hefe21 02.03.2017
4. Verlorene Verluste
Wie immer stellt sich nur eine einzige Frage: mit welchem Geld kaufen die Investoren diese Anteile? Wenn eigenes oder mit Sicherheiten gedecktes Geld - danke, keine Fragen mehr, viel Glück! Wenn nicht und die Besitzer wollen/müssen verkaufen und es finden sich zukünftig keine Käufer, die einen gleichen oder höheren Preis für die angebotene Finanzware bezahlen wollen, dann kommt die Kreditpolizei und hebt die Betrügerspekulanten aus und konfisziert sämtliche erreichbaren Vermögen aller auch nur rudimentär an den Deals Beteiligten. OK, letzte Annahme stammt vorerst aus dem zeitgenössischen Kapitalwitzbuch, wenn aber nicht bald dieser Kreditfalschgeld- Vermögensverschiebebahnhof an den Börsen unter strengste Aufsicht gestellt wird, dann wird es fürchterlich krachen. Spätestens, wenn man dem Volk erzählen muss, dass diese "Gewinne" zum Großteil von ihm bezahlt werden müssen, ohne dass dieses je ein Los gekauft hätte. Sehr witzig ist auch die Formulierung, dass Firmen etwas "verloren" haben. Da hilft oft das Fundamt. Wenn nicht, dann haben diese Firmen keinesweges etwas verloren, sondern jemand hat Geld verteilt und sucht nun Finanziers für die Refinanzierung.
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