Trotz 200 Millionen Dollar Verlust Snap-Kurs springt 20 Prozent in die Höhe

Das soziale Netzwerk Snapchat galt mal als "Facebook-Killer", wurde nach dem Börsenstart allerdings ziemlich gebeutelt. Nun legt der Aktienkurs der Mutterfirma ein wahres Feuerwerk hin - obwohl die Nutzerzahlen stagnieren.

Snap-App Snapchat
STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

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Formell werden an der Börse Anteilsscheine von Unternehmen verkauft - gehandelt wird aber auch mit den Erwartungen der Investoren. Und so kann es schon ausreichen, dass ein Unternehmen sich lediglich nicht ganz so schlecht entwickelt, wie allgemein erwartet wurde - und prompt ziehen die Aktienkurse an.

Im Falle des sozialen Netzwerks Snapchat lässt sich das gerade beobachten: Die Aktie des Mutterkonzerns Snap sprang im nachbörslichen Handel um mehr als 20 Prozent in die Höhe, von 6,80 Dollar auf 8,67 Dollar. Der Aktienkurs ist allerdings immer noch weit von dem Ausgabepreis von 17 Dollar beim Börsengang im Frühjahr 2017 entfernt.

Der Grund für die Börseneuphorie: Snapchat hat den dramatischen Nutzerschwund zwar nicht umgekehrt, aber wenigstens gestoppt. In den drei Monaten bis Ende Dezember nutzten täglich 186 Millionen Menschen die App - damit blieb die Zahl unverändert im Vergleich zum vorherigen Vierteljahr. Dazu gibt es neue Hoffnung, dass das Unternehmen doch noch in die Gewinnzone kommt.

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Anleitung für Einsteiger: So funktioniert Snapchat

Snap gelang es im vergangenen Quartal etwas besser, die Nutzerzahlen in Werbeerlöse umzumünzen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um mehr als ein Drittel auf 390 Millionen Dollar. Zugleich wurde der Quartalsverlust um 45 Prozent auf 191,7 Millionen Dollar verringert. Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen der Wall Street klar.

Snapchat macht die scharfe Konkurrenz durch Facebooks Fotodienst Instagram schwer zu schaffen. Snap reagierte im vergangenen Jahr unter anderem mit einer Umgestaltung der App. Das neue Design sollte sie vereinfachen und auch für ältere Leute attraktiver machen. Doch es kam bei eingefleischten Snapchat-Nutzern nicht gut an und musste nachgebessert werden.

beb/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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CancunMM 06.02.2019
1.
Ein Unternehmen mit dem man auf sein Foto Hasenohren projizieren kann ist so viel Wert.... Die Welt ist wahnsinnig.
Gedanke 06.02.2019
2. Wahnsinn
Zitat von CancunMMEin Unternehmen mit dem man auf sein Foto Hasenohren projizieren kann ist so viel Wert.... Die Welt ist wahnsinnig.
Wahnsinn ist eigentlich nur, dass im Jahr 2019 in Deutschland die meisten Menschen immer noch nicht verstanden haben, dass Daten mittlerweile wertvoller sind als Gold. Es geht übrigens bei Snapchat nicht um die Hasenohren, sondern um Nutzerdaten, besser: die Möglichkeit damit Produkte an den Mann (oder die Frau) zu bringen und somit mit dem Wissen über die Menschen (irgendwann hoffentlich Unmengen) Geld zu verdienen. Die Hasenohren sind nur das Werkzeug der Firma um an diese Daten zu kommen. Ob Sie das gut finden ist der Menschheit dabei recht egal... Übrigens werden diese Daten von der (von Ihnen vermutlich höher angesehenen) produzierenden Industrie gekauft um eben die eigenen Produkte loszuwerden. Vielleicht mag Snapchat auch Bankrott gehen, das ist dann aber wohl eher dem Branchenprimus Facebook geschuldet, nicht der Tatsache, dass die Geschäftsidee nicht tragfähig wäre (was wir übrigens in der Bilanz von Facebook wunderbar nachlesen können).
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