Japanischer Großinvestor Softbank meldet ersten Quartalsverlust seit 14 Jahren

Der japanische Großaktionär Softbank hat riesige Summen in junge Tech-Unternehmen gepumpt - doch nun schlägt der Milliarden-Absturz des US-Start-ups WeWork voll durch auf die Bilanz.

Softbank-Chef Masayoshi Son
Kazuhiro NOGI / AFP

Softbank-Chef Masayoshi Son


Der japanische Telekom-Konzern Softbank hat im vergangenen Quartal zum ersten Mal seit 14 Jahren einen operativen Verlust eingefahren. Von Juli bis September betrug das Minus 704 Milliarden Yen, umgerechnet rund 5,8 Milliarden Euro, teilte Softbank mit.

In der Halbjahresbilanz schmolz damit der Nettogewinn zum Stichtag 30. September um etwa 50 Prozent auf 421,5 Milliarden Yen, umgerechnet 3,5 Milliarden Euro. Der Umsatz verharrte im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum bei 4,65 Billionen Yen.

Die Japaner hatten zuvor versucht, das strauchelnde Start-up WeWork mit weiteren 9,5 Milliarden Dollar in Form von Krediten und dem Kauf von Anteilen zu retten. Das Start-up ist für Softbank von Bedeutung, da der Großaktionär schon mehr als 10 Milliarden Dollar in WeWork gepumpt hat.

Softbank-Gründer: Situation bei WeWork "falsch" eingeschätzt

Konzernchef und Gründer Masayoshi Son räumte ein, er habe die Situation bei WeWork "in vielerlei Hinsicht falsch" eingeschätzt und bei den Problemen mit der Unternehmensführung von WeWork-Gründer Adam Neumann weggeschaut. Grundsätzlich sei das Start-up aber ein solides Unternehmen.

Softbank investiert mit seinem 100 Milliarden Dollar schweren Vision Fund in junge Unternehmen wie den US-Büroraumanbieter WeWork und den Fahrdienst Uber, der im Mai an die Börse gegangen ist. Der Vision Fund verbuchte operativ 970 Milliarden Yen (8,9 Milliarden Dollar) Verlust. Der Wertverfall der Beteiligungen an WeWork und Uber wurde noch nicht in der Bilanz berücksichtigt.

Anmerkung: In einer ersten Version dieses Textes hieß es, WeWork sei in diesem Jahr an die Börse gegangen. Tatsächlich wurde der Börsengang abgesagt. Wir haben die Stelle korrigiert.

kko/dpa/AFP/Reuters



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.