Software-Konzern SAP verspricht höhere Rendite

Jennifer Morgan und Christian Klein haben sich in New York den SAP-Investoren gestellt - und künftige Maßnahmen präsentiert. Für gute Laune sorgte Finanzchef Luka Mucic.

SAP-Anleger sollen auch in Zukunft profitieren
Uwe Anspach/DPA

SAP-Anleger sollen auch in Zukunft profitieren


Auf einer Investorenveranstaltung in New York haben die neuen SAP-Chefs Jennifer Morganund Christian Klein Maßnahmen vorgestellt, mit denen der Konzern auf Kurs gehalten werden soll. "Es gibt eine Menge Spielraum, um Effizienzen und Profitabilität zu erhöhen", sagte Klein. Zusammen mit seiner Kollegin Jennifer Morgan arbeite er an einem Plan, um Kostenvorteile zu realisieren, sagte er.

"Wir wissen, Sie wollen, dass wir das auch tun, was wir ankündigen", sagte Morgan. Vor allem die lange schwächelnde Profitabilität in den Geschäften mit Software zur Miete und zur Nutzung über das Internet soll zulegen und die Gewinne des Dax-Schwergewichts vergrößern.

Dadurch erwartet Europas größter erwartet auch über das Jahr 2020 hinaus gute Möglichkeiten für zusätzliche Ausschüttungen an die Aktionäre. Er sehe wegen der guten Entwicklung beim geplanten Zufluss finanzieller Mittel "ziemlich bedeutenden Spielraum" für Ausschüttungen, die über die reguläre Dividendenzahlung hinausgingen, sagte Finanzchef Luka Mucic. "Wir horten kein Cash."

Im kommenden Jahr rechnet SAP mit einem Cashflow von rund 4,5 Milliarden Euro, 2018 waren es noch 2,8 Milliarden. Bis 2023 will SAP acht Milliarden Euro erreichen. Über eventuelle Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden werde der Konzern jährlich entscheiden, "wenn wir das Geld dazu haben", sagte Mucic.

1,5 Milliarden Euro zusätzlich für Anteilseigner

Es seien zwar auch weiter kleinere Zukäufe möglich, SAP will sich aber eher auf Wachstum aus eigener Kraft verlegen. So sollen Margen in der Cloudsparte nicht weiter belastet werden. Vergangene Woche hatte der Konzern angekündigt, über Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden 2020 bis zu 1,5 Milliarden Euro zusätzlich zur regulären Dividende an die Anteilseigner verteilen zu wollen. Zur SAP-Politik gehört es, 40 Prozent des Nettogewinns als normale Dividende auszuschütten.

Während die Cloudsparte verstärkt werden soll, kündigte Mucic Einsparungen im Marketing und Vertrieb an. Auch der Einkauf solle gestrafft und die Lieferantenzahl gesenkt werden, sagte der Finanzvorstand. So könnten kurzfristig 100 Millionen Euro und auf längere Sicht bis zu 250 Millionen Euro im Jahr eingespart werden. Daneben sollen ebenfalls die Verwaltungskosten sinken. Nach dem im Januar angekündigten Abbau von 4400 Stellen in Bereichen, die laut Management keine große Zukunft haben, hätten bereits 2500 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, sagte Mucic.

SAP will mit Künstlicher Intelligenz punkten

Bei den Kunden will SAP auch mit künstlicher Intelligenz punkten. Technische Prozesse in den Anwendungen des Konzerns sollen automatisiert werden, ohne dass ein Mensch noch Hand eingreifen müsse, sagte Co-Vorstandschef Klein. "Wir wollen die Automatisierung bei unseren Kunden um mindestens 20 bis 40 Prozent steigern, indem wir Künstliche Intelligenz einsetzen."

Morgan betonte, Silodenken im Konzern beseitigen und Doppelarbeit reduzieren zu wollen. Bei dem derzeit wertvollsten Dax -Unternehmen, das zuletzt weltweit knapp 100.000 Menschen beschäftigte, solle es künftig einen klareren Fokus auf Verantwortlichkeiten geben.

Morgan und Klein hatten den Vorstandsvorsitz im Oktober von dem überraschend zurückgetretenen Bill McDermott übernommen. "Wir sind jetzt vier Wochen in dem Job - und um sehr ehrlich zu sein: Diese vier Wochen fühlen sich manchmal wie zehn Jahre an", sagte Klein.

hba/dpa/REUTERS

insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
2low4zero 13.11.2019
1.
wow-! welch gute news für mich. da werd ich doch gleich mal eine million in sap anlegen. bei der rendite bekomm ich als hartz4-er sicherlich einen 0,5% kredit bei meiner hausbank. hurra-! ich habs geschafft.....
Kurt-C. Hose 13.11.2019
2.
Zitat von 2low4zerowow-! welch gute news für mich. da werd ich doch gleich mal eine million in sap anlegen. bei der rendite bekomm ich als hartz4-er sicherlich einen 0,5% kredit bei meiner hausbank. hurra-! ich habs geschafft.....
Offenbar ist das zu hoch für Sie, aber das Geld für Ihr Hartz4 wächst nicht auf dem Baum, sondern wird aus den Steuern von Unternehmen wie SAP und denen der zigtausend Mitarbeiter hier in Deutschland genommen. Wenn SAP keine Gewinne macht, gibts keine Steuern und keine Arbeitsplätze, die auch wieder besteuert werden. Manchmal hilft ein Blick über den Tellerrand, insbesondere wenn man seinen Lebensunterhalt nicht selbst verdient....
lala9999 13.11.2019
3. Hahaha...
Zitat von Kurt-C. HoseOffenbar ist das zu hoch für Sie, aber das Geld für Ihr Hartz4 wächst nicht auf dem Baum, sondern wird aus den Steuern von Unternehmen wie SAP und denen der zigtausend Mitarbeiter hier in Deutschland genommen. Wenn SAP keine Gewinne macht, gibts keine Steuern und keine Arbeitsplätze, die auch wieder besteuert werden. Manchmal hilft ein Blick über den Tellerrand, insbesondere wenn man seinen Lebensunterhalt nicht selbst verdient....
...selten so gelacht, SAP zahlt Steuern, ja, in Irland, zum Minimalsatz. Das KMU in D zahlt regulär...
derBob 13.11.2019
4. Lachhaft
Zitat von lala9999...selten so gelacht, SAP zahlt Steuern, ja, in Irland, zum Minimalsatz. Das KMU in D zahlt regulär...
Lachhaft ist Ihr Beitrag Sie haben Einblick in das von Volumen und den Ort der Steuerzahlungen der SAP. Haben Sie das aus Bauchipedia? Das kleine un mittlere Unternehmen in Deutschland hätte ohne Firmen wie die SAP keine Aufträge und versucht auch alles Mögliche, seine Steuerlast zu senken.
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