Software-Wettbewerb SAP schluckt Sybase für 5,8 Milliarden Dollar

Neue Runde im Kampf von SAP gegen den großen US-Konkurrenten Oracle: Der deutsche Software-Hersteller übernimmt den kalifornischen Datenbankspezialisten Sybase für 5,8 Milliarden Euro. Die Aktien sollen für 65 Dollar pro Stück gekauft werden.

SAP-Hauptsitz in Walldorf bei Heidelberg: 4,6 Milliarden Euro für das Unternehmen Sybase
DDP

SAP-Hauptsitz in Walldorf bei Heidelberg: 4,6 Milliarden Euro für das Unternehmen Sybase


Walldorf/New York - Diese Übernahme wird die Kräfteverhältnisse zwischen den weltweit größten Software-Herstellern neu definieren: Das deutsche Unternehmen SAP kauft den kalifornischen Datenbankspezialisten Sybase zu einem Preis von 5,8 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro). Dies teilten beide Unternehmen am Mittwoch am Sybase-Firmensitz in Dublin (Kalifornien) mit. SAP hofft mit dem Kauf vor allem, seine Position auf dem Handy-Markt weiterzuentwickeln.

Die Übernahme verschärft den Wettbewerb zwischen SAP und Oracle. Der Hersteller der gleichnamigen Datenbank-Software hat im vergangenen Jahr Sun Microsystems gekauft. Sybase ist eigenen Angaben zufolge der führende Service- und Unternehmenssoftware-Anbieter für Datenmanagement und Anwendungen für Mobiltelefone.

Auf der Grundlage der Übernahmevereinbarung wird SAP America ein öffentliches Angebot zur Übernahme aller ausstehenden Aktien von Sybase gegen Barvergütung von 65 Dollar pro Sybase-Aktie veröffentlichen. Die Transaktion werde aus liquiden Mitteln der SAP und über ein von Barclays Capital und Deutsche Bank arrangiertes und garantiertes Darlehen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro finanziert. Sollten SAP alle Sybase-Aktien angeboten werden, hätte das Geschäft ein Volumen von 5,8 Milliarden Dollar. Es ist die größte Akquisition von SAP seit dem Kauf des französischen Unternehmens Business Object 2007 für 4,8 Milliarden Euro.

Der Angebotspreis entspreche einem Aufschlag von 44 Prozent auf den gewichteten durchschnittlichen Aktienkurs von Sybase in den vergangenen drei Monaten, hieß es weiter. Allerdings hatten Medienberichte über eine bevorstehende Übernahme den Sybase-Aktienkurs bis zum Ertönen der Schlussglocke an der Wall Street bereits um 35,05 Prozent auf 56,14 Dollar nach oben katapultiert. Im nachbörslichen Handel kletterten die Titel weiter nach oben und lagen zuletzt mit 64,54 Dollar nur noch knapp unter dem gebotenen Preis.

Der Verwaltungsrat von Sybase hat dem Übernahmebegehren den Angaben zufolge einstimmig zugestimmt. Voraussetzung für den Abschluss des Geschäfts ist neben den üblichen kartellrechtlichen Genehmigungen, dass SAP die Mehrheit der Sybase-Aktien bekommt. Die Übernahme soll im dritten Quartal abgeschlossen sein und sich unmittelbar positiv im Ergebnis niederschlagen. Sybase werde als eigenständige Einheit unter dem Namen "Sybase, ein Unternehmen der SAP" agieren. Zudem soll der Sybase-Chef in den SAP-Vorstand einziehen.

lgr/dpa/Reuters/AP/ddp



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MarkH, 13.05.2010
1. ooo
Zitat von sysopNeue Runde im Kampf von SAP gegen den großen US-Konkurrenten Oracle: Der deutsche Software-Hersteller übernimmt den kalifornischen Datenbank-Spezialisten Sybase für 5,8 Milliarden Euro. Die Aktien sollen für 65 Dollar pro Stück gekauft werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,694642,00.html
Ich werde es nie verstehen warum ein Datenbank"hersteller" 5.8 Milliarden wert sein soll, wenn überlegene Datenbanken wie Postgres, MySQL etc. für Nullkosten zu haben sind.
adarkn 13.05.2010
2. Titel:
Zitat von MarkHIch werde es nie verstehen warum ein Datenbank"hersteller" 5.8 Milliarden wert sein soll, wenn überlegene Datenbanken wie Postgres, MySQL etc. für Nullkosten zu haben sind.
MySQL als überlegene Datenbank zu bezeichnen ist natürlich sehr gewagt. PostgreSQL zeigt gute Fortschritte bietet aber nichtmal im Ansatz die vielfältigen Optionen einer Oracle Datenbank. Sybase war sicherlich kein schlechter Kauf, obwohl mir die Firma nur durch ihren Database Designer bekannt ist, der schon sehr beeindruckend arbeitet.
gorge11, 13.05.2010
3. Frickelgeshichte
Zitat von sysopNeue Runde im Kampf von SAP gegen den großen US-Konkurrenten Oracle: Der deutsche Software-Hersteller übernimmt den kalifornischen Datenbank-Spezialisten Sybase für 5,8 Milliarden Euro. Die Aktien sollen für 65 Dollar pro Stück gekauft werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,694642,00.html
SAP hat es in den Anfangsjahren durch enormes Engagement der Mitarbeiter (auch der Gründer) geschaft, wochentags ihr Produkt vor Ort in den schwäbisch-badischen und hessischen Betrieben zu vermarkten,anzupassen und am Wochenende zu verbessern. Sie benutzen eine selbstgefummelte COBOL-angelehnte Frickelprogrammiersprache namens ABAP und Ihr Produckt lief auf sündhaft teuren IBM-DOS600. Genau das hat Heinz Nixdorf auch gemeacht, mit seiner Frickelsprache Business-Basic und seiner Hardware und ging dann pleite. Die SAP hat ihr Produkt auf anderen Plattformen zum Laufen gebracht, mit Oracle RDBMS und DB2 und auch Sybase. Die schier obskuren Deutschen Geschäfzsprozesse liefen und so liefen auch Geschäftsprozesse vieler anderer Länder auf SAP. Das hat der Leo Apptheker an den Mann gebracht. Die Hardware war frei wählbar, so ist SAP nicht pleite gegangen. Das Hugo-Boss-Factory Outlet (Anzug mit Weste und kleinen kaum sichtbaren Naht- und Farbfehlern für 100 Mark) war auch in der Nähe, so hatten die SAPis auch immer einen schicken Outfit. Deshalb hat man noch längst keine Ahnung von Unternehmenssteuerung, und somit war schon BO ein Fehlkauf. Man sollte es auch nicht wieder rückwärts versuchen mit Datenbanken, da hat SAP auch keine Ahnung von, gerade der Hasso, der an seinem Institut völlig unnütze Hauptspeicherdatenbanken entwickeln lässt. So ist auch Sybase ein Fehlkauf.
martinolelion 13.05.2010
4. Software-Wettbewerb: SAP schluckt Sybase für 5,8 Milliarden Dollar
Sybase ist am Markt für Datenbanken sicher keine Grösse mehr, SAP Systeme und andere marktgängige ERP Systeme laufen mehrheitlich unter Oracle, MS/SQL oder IBM DB/2. Dafür 5,8 Mrd.auszugeben ist unverständlich. SAP hätte besser gehandelt,wenn sie den hochverschuldeten Mitbewerber Infor aufgekauft hätte. Nachdem SAP zwei Anläufe unternommen hat, in den Mittelstandsmarkt einzudringen, die allesamt kläglich gescheitert sind, hätte sie mit den Aufkauf von Infor 70.000 mittelständische Kunden auf einen Schlag übernehmen können und damit ihr ERP Kerngeschäft im Mittelstand signifikant ausbauen können.
lostrone, 13.05.2010
5. schwache Polemik
@gorge11 "/snip ...viel Blödsinn/ ...Deshalb hat man noch längst keine Ahnung von Unternehmenssteuerung, und somit war schon BO ein Fehlkauf. ..." unakademische Polemik! Wer hat den Ihrer Meinung nach Ahnung von Unternehmenssteuerung? Und Ihr Urteil über BOBJ zeugt von geringem Sachverstand, oder zumindest davon, daß Sie noch keinen Kontakt zu den Produkten haben, die SAP mit und durch die BOBJ- Technologie auf den Markt bringt. Und Ihre Aussage über die Hauptspeichertechnologie bewerten wir dann in ein- bis zwei Jahren nochmals neu - ich gehe davon aus, daß Sie dann zerknirscht den Erfolg anerkennen und Ihre Aussage ebenfalls als Stammtischreflex eingestehen müssen!
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