Solar-Millennium-Pleite 16.000 Kleinanleger müssen um ihr Geld bangen

Die Pleite von Solar Millennium trifft vor allem Menschen, die ihr Geld privat bei dem Sonnenkraftwerkshersteller angelegt haben. Rund 16.000 Kleinanleger müssen um ihr Erspartes fürchten - fast ebenso viele Aktionäre dürften ihr Geld nie wieder bekommen.

Solar-Millennium-Kraftwerksprojekt in Kalifornien: Pleite trifft 16.000 Kleinanleger
Solar Millennium

Solar-Millennium-Kraftwerksprojekt in Kalifornien: Pleite trifft 16.000 Kleinanleger


Erlangen - Die Kleinsparer stellen die Mehrheit unter den Anlegern, von denen die Ökoenergiefirma Solar Millennium Geld eingesammelt hat - und jetzt müssen sie um ihre Ersparnisse bangen. 16.000 Privatanleger sind von der Unternehmenspleite betroffen, wie der Insolvenzverwalter Volker Böhm nach einem Blick in die Bücher des Konzerns herausgefunden hat.

Die Gläubiger, die der Erlanger Firma Geld für den Traum von der sauberen Energie geliehen hatten, teilen sich nun Forderungen in Höhe von fast 227 Millionen Euro - mit dem Geld hat Solar Millennium seine Kraftwerksprojekte finanziert. Nach Schätzungen der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger haben die Kleinanleger durchschnittlich 12.000 Euro angelegt - vor allem in Teilschuldverschreibungen des Unternehmens.

Viele Geldgeber müssten jetzt mit Verlusten rechnen, deren Höhe noch nicht absehbar sei, sagte Insolvenzverwalter Böhm. Allerdings seien viele Projekte noch in einer frühen Phase gewesen, was ihren Wert schmälert. Solar Millennium hatte kurz vor Weihnachten Insolvenz beantragt.

Unternehmen fordern Millionenbeträge

Unklar sei vor allem, ob die 14.000 Aktionäre des Unternehmens ihr Geld jemals wiedersähen. Deren Ansprüche rangieren laut Böhm hinter denen aller anderen Gläubiger. Erst wenn deren Forderungen zu 100 Prozent erfüllt seien, sähen die Aktionäre Geld. Zu den Gläubigern gehören auch mehrere große Firmen, die dem Solarkraftwerkshersteller noch kurz vor der Insolvenz Millionenbeträge geliehen hatten.

Der Essener Industriedienstleister Ferrostaal beispielsweise gab Solar Millennium noch 2011 ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Damit sollte ein Kraftwerkspark in Spanien vorfinanziert werden.

nck/dpa/dapd

insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
ReneMeinhardt 05.01.2012
1. Warum geben auch Leute Geld
an Firmen, um es dort anzulegen? Ich würde nie Geld anlegen, ich würde es lieber ausgeben.
felisconcolor 05.01.2012
2. Herr
Zitat von sysopDie Pleite von Solar Millennium trifft vor allem Menschen, die ihr Geld privat bei dem Sonnenkraftwerkshersteller angelegt haben. Rund 16.000 Kleinanleger müssen um ihr Erspartes fürchten - fast ebenso viele Aktionäre dürften ihr Geld nie wieder bekommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,807343,00.html
Röttgen hat ja vollmundig von der Energierevolution gesprochen. Und mit der praktizierten Energiepolitik das Land gemolken. Ich finde die Kleinanleger sollten mal in Berlin vorsprechen und nun um Einlösung der Schuld bitten.
Crom 05.01.2012
3.
Zitat von ReneMeinhardtan Firmen, um es dort anzulegen? Ich würde nie Geld anlegen, ich würde es lieber ausgeben.
Wenn die Firmen kein Geld bekommen, dann können diese nichts produzieren und Sie könnten nichts ausgeben.
atipic 05.01.2012
4. Deswegen sind Geldinstitute da!
Zitat von CromWenn die Firmen kein Geld bekommen, dann können diese nichts produzieren und Sie könnten nichts ausgeben.
Die Firmen sollen Geld von den GELDINSTITUTE für ihre Investitionen holen, und nicht von Menschen die keine Ökonomen sind.
Medienkritiker 05.01.2012
5. schlimm sowas...
Zitat von sysopDie Pleite von Solar Millennium trifft vor allem Menschen, die ihr Geld privat bei dem Sonnenkraftwerkshersteller angelegt haben. Rund 16.000 Kleinanleger müssen um ihr Erspartes fürchten - fast ebenso viele Aktionäre dürften ihr Geld nie wieder bekommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,807343,00.html
Die armen Kleinanleger;) fast könnten sie einem Leid tun...die vom Steuerzahler subventionierten Renditen in 2stelliger Höhe waren doch so schööööön-nicht wahr?
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