Fulminanter Börsengang Solarauto-Hersteller Sono Motors startet mit Kurssprung von 155 Prozent

Das Münchner Start-up Sono Motors hat noch keine Umsätze erwirtschaftet. Dennoch ist es mit einem deutlichen Kurssprung an der Nasdaq gestartet. Autos will Sono ab 2023 ausliefern.
Sono-Gründer Navina Pernsteiner, Jona Christians und Laurin Hahn

Sono-Gründer Navina Pernsteiner, Jona Christians und Laurin Hahn

Foto: Sono Motors

Das Münchner Elektroauto-Startup Sono Motors hat ein erfolgreiches Börsendebüt an der Nasdaq hingelegt. Die Aktien schlossen an diesem Mittwoch mit einem Kursplus von 155 Prozent auf 38,20 Dollar – der Solarauto-Bauer kommt damit auf einen Börsenwert von rund 2,6 Milliarden Dollar.

Für Sono Motors selbst fließen 150 Millionen Dollar in die Kasse. Mit den Einnahmen wolle das Unternehmen die Entwicklung, die Vorbereitung der Serienproduktion sowie die Markteinführung des Solar-Elektrofahrzeugs vorantreiben, sagte Sono-Chef Laurin Hahn: »Wir haben uns für einen Börsengang in den USA entschieden, weil Investoren in USA stark an Technologieunternehmen interessiert sind.«

Sono Motors treffe mit seinem Börsengang den Nerv der Zeit, sagte ein Händler, »egal, was fundamental dahintersteht«. Das Unternehmen ist auf das frische Kapital angewiesen – ohne diese Investitionen wäre es wohl im Dezember insolvent, wie es im Emissionsprospekt mehrfach heißt.

Sono Motors hat ein Fahrzeug entwickelt, das mit Solarzellen versehen ist und so einen Teil des benötigten Stroms selbst produziert. Das Modell »Sion« soll erst im ersten Halbjahr 2023 ausgeliefert werden. Laut Prospekt sind bis November rund 16.000 Vorbestellungen und Anzahlungen von mehr als 40 Millionen Euro eingegangen.

Umsätze hat Sono Motors allerdings bislang nicht erwirtschaftet. Gebaut werden soll der »Sion« in Schweden, im ehemaligen Auto-Werk von Saab in Trollhättan. Sono will seine Solartechnologie auch an Hersteller von Bussen, Lastwagen, Wohnmobilen, Zügen und Booten lizenzieren. »Unsere Solartechnologie wurde so entwickelt, dass sie in eine Vielzahl von Fahrzeugen integriert werden kann«, sagte Sono-Chef Hahn.

hej/Reuters
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