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Solarworld: Aufstieg und Fall des Frank Asbeck

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Mit Hilfe aus Katar Solarworld-Gründer Asbeck kauft Teile seines Pleite-Konzerns zurück

Comeback nach der Pleite: Die Insolvenzmasse des Solarworld-Konzerns wird an einen Investor verkauft. Dahinter steckt ein alter Bekannter - Unternehmensgründer Frank Asbeck. Aktionäre gehen leer aus.

Der Photovoltaik-Pionier und einstige Solarworld-Gründer Frank Asbeck will mit Partnern zwei Fabriken des insolventen Solarkonzerns in Thüringen und Sachsen übernehmen. Insolvenzverwalter Horst Piepenburg teilte am Dienstag mit, er habe mit der Firma Solarworld Industries GmbH einen entsprechenden Kaufvertrag geschlossen.

Der Käufer ist selbst ein ganz junges Unternehmen. Erst am 26. Juli wurde es beim Handelsregister des Amtsgerichts Bonn eingetragen. Die Firma wird vertreten durch Asbeck und andere Gesellschafter. Weitere Teilhaber nannte Insolvenzverwalter Piepenburg nicht. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE und der Nachrichtenagentur Reuters soll sich auch ein ausländischer Geldgeber beteiligen: die Qatar Foundation.

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Solarworld: Aufstieg und Fall des Frank Asbeck

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Der Investor aus Katar hatte die vorherige Rettung des Bonner Konzerns 2013 zusammen mit Firmengründer Asbeck finanziert und hält seither über Qatar Solar rund 29 Prozent an Solarworld. Die Araber wollten mit dem Schritt ihr Engagement in der deutschen Solarbranche absichern, hieß es. Solarworld und Qatar Solar sind gemeinsam auch an dem auf die Solarbranche spezialisierten Maschinenbauer Centrotherm beteiligt.

Hintergrund - Frank Asbecks Aufstieg und Fall: Der Sonnenkönig

Offenbar kauft Asbeck Teile seines eigenen Konzerns für einen vergleichsweise moderaten Betrag aus der Insolvenzmasse. Der Kaufpreis besteht "im Wesentlichen in der Ablösung von Verbindlichkeiten, die mit Sicherungsrechten von Gläubigern belegt sind". Übersetzt heißt dies, dass Asbeck vor allem Schulden übernimmt - und für die Vermögenswerte kaum Geld bezahlen dürfte.

Die Übernahme der Werke in Arnstadt und Freiberg müsse allerdings noch am Freitag auf einer außerordentlichen Gläubigerversammlung abgesegnet werden, sagte Piepenburg. Stimmt die Gläubigerversammlung dem Deal zu, wird das neue Unternehmen viel kleiner sein als die alte Solarworld. Diese hatte zuletzt um die 2400 Mitarbeiter, das neue Unternehmen wird um die 500 Menschen an den beiden Standorten beschäftigen.

Sollte der Kaufvertrag zustande kommen, könnten die entlassenen Solarworld-Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft wechseln. Piepenburg betonte, Solarworld-Aktionäre könnten aus den Erlösen des Verkaufsprozesses keinerlei Ausschüttungen erwarten.

Nach sechs Verlustjahren hatte das einstige Aushängeschild der deutschen Solarindustrie Anfang Mai Insolvenz angemeldet. Den Mitarbeitern am Firmensitz in Bonn wurde bereits zum 1. August gekündigt.

Asbeck-Interview bei SPIEGEL PLUS: "Wir wurden illegal zur Strecke gebracht"

beb/cmh/Reuters
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