Urteil in Michigan Solarworld soll 800 Millionen Dollar an US-Firma zahlen

Es ist eine schwere Niederlage für Solarworld: Ein US-Gericht hat den Forderungen des Lieferanten Hemlock in vollem Umfang zugestimmt. Das könnte das Ende für das Bonner Unternehmen bedeuten.
Frank Asbeck

Frank Asbeck

Foto: Jan Woitas/ dpa

Ein US-Gericht hat das Bonner Unternehmen Solarworld zu einer Zahlung von 800 Millionen Dollar verurteilt. Der Richter im US-Bundesstaat Michigan gab damit der Klage des US-Siliziumlieferanten Hemlock in voller Höhe statt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Hintergrund des Verfahrens war ein Streit zwischen dem Solarkonzern und seinem ehemaligen Rohstofflieferanten um einen Liefervertrag. Hemlock wirft Solarworld vor, nicht die vereinbarte Menge Silizium abgenommen zu haben und forderte dafür insgesamt 800 Millionen Dollar Schadensersatz.

"Das Urteil ist in seiner Höhe absurd", sagte Vorstandschef Frank Asbeck. Er kündigte an, Rechtsmittel einzulegen. Er stelle sich auf einen mehrjährigen Klageweg ein.

Zugleich strebt Asbeck weiterhin eine außergerichtliche Einigung mit dem Zulieferer an. Wir sind in permanenten Gesprächen mit Hemlock", sagte er. Für den Fall einer Niederlage auch in zweiter Instanz rechne Solarworld dennoch nicht damit, dass das Urteil in Deutschland vollstreckbar wäre, teilte der Solarhersteller den Aktionären mit. Der Vertrag verstoße gegen das europäische Kartellrecht. Das hätten hiesige Rechtsgutachten ergeben, so das Unternehmen.

Für Solarworld könnte das Urteil zu einer existenziellen Herausforderung werden. Im Geschäftsbericht hatte Solarworld zuvor gewarnt, dass eine Verurteilung auf Zahlung der geforderten Summe das Unternehmen in seinem Bestand gefährden würde. Asbeck hatte die liquiden Mittel zuletzt mit rund 183 Millionen Euro beziffert. 2015 verbuchte der Konzern, der seit Jahren Verluste schreibt, bei einem Umsatz von 763 Millionen Euro einen Fehlbetrag von 33,2 Millionen Euro.

brk/dpa/Reuters
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