Bonner Energiekonzern Solarworld streicht jeden zehnten Arbeitsplatz

Die Konkurrenz aus China setzt Solarworld stark unter Druck. Das Ökostromunternehmen plant den Abbau von rund 400 Stellen - und muss dringend an seiner Strategie gegen Billig-Wettbewerber feilen.
Solarworld-Chef Frank Asbeck

Solarworld-Chef Frank Asbeck

Foto: Carsten Koall/ Getty Images

Der Fotovoltaikkonzern Solarworld streicht bis 2019 rund 400 seiner 3300 Stellen. Das teilte das Unternehmen mit. Wegen der Billig-Konkurrenz vor allem aus China war der Konzern tief in die roten Zahlen gerutscht.

Vom Personalabbau betroffen sind demnach etwa zu gleichen Teilen die Verwaltung und die Produktionswerke. Derzeit würden Gespräche mit dem Betriebsrat geführt, teilte das Unternehmen weiter mit. Solarworld, das seinen Sitz in Bonn hat, produziert im thüringischen Arnstadt und im sächsischen Freiberg sowie in Hillsboro in den USA. Aus Unternehmenskreisen hieß es, der Abbau werde Freiberg deutlich härter treffen als Arnstadt.

Vor Steuern und Zinsen (Ebit) hatte Solarworld 2016 einen Verlust von 99 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Umsatz hatte sich leicht auf etwa 800 Millionen Euro erhöht. Für 2017 rechnet das Unternehmen mit einem besseren, aber weiterhin negativen Ergebnis.

Solarworld plant als Reaktion auf den Preisdruck aus Fernost eine stärkere Konzentration auf Hochleistungsprodukte. "Nur so können wir uns von billig, billig aus China und anderswo absetzen", sagte Firmenchef Frank Asbeck. Parallel zum Personalabbau solle jährlich ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag in den Ausbau der Technik investiert werden.

2017 plant das Unternehmen eine deutliche Kostensenkung und eine Steigerung des Solarmodulabsatzes bei etwa gleichem Unternehmensumsatz. Bis 2019 solle ein "sichtbar positives Ebit" erreicht werden, sagte Asbeck.

asa/dpa
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