Kampf dem Protz China erhebt Sondersteuer auf Luxusautos

Verpestete Luft und zu viel Protz: China belegt Luxuskarossen mit einer Sondersteuer - und trifft so vor allem deutsche Autohersteller. Es ist ein Warnschuss für BMW, Daimler und Audi, die auf chinesische Kunden angewiesen sind.
Chinesen zerstören 2011 einen Lamborghini aus Ärger wegen Fehlern

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Foto: Wu Hong/ dpa

Der Protz der Reichen ist Chinas Führung schon länger ein Dorn im Auge. Nun legt die Regierung in Peking auch den Luxusautoherstellern Knebel an. Das Land erhebt eine Sondersteuer auf Nobelkarossen von zehn Prozent. So soll die Luftverschmutzung verringert und die Verschwendung von Geld eingedämmt werden, teilte Chinas Finanzministerium mit. Die Steuer gelte ab sofort - allerdings erst für Fahrzeuge ab einem Preis von 1,3 Millionen Yuan (rund 178.000 Euro).

Die Zusatzsteuer trifft vor allem die Autokonzerne in Deutschland. Die Konzerne BMW, Daimler und Audi - mit den Konzernschwestermarken Lamborghini und Porsche - dominieren das Premiumsegment in China. Hinzu kommen Anbieter von Nobelkarossen wie Ferrari, Aston Martin und Rolls-Royce. Für sie war China bislang der am schnellsten wachsende Markt mit Absatzzuwächsen von 50 bis 100 Prozent pro Jahr.

Allerdings dürften die Autokonzerne Chinas Vorstoß eher als Warnschuss registrieren. Analysten und Vertreter von Autokonzernen rechnen mit nur begrenzten Auswirkungen. "Der Großteil unseres Geschäfts wird nicht betroffen sein", sagte ein Sprecher einer BMW-Niederlassung in Peking. Nur "ein kleiner Teil" der Autos, die BMW in China verkaufe, koste mehr als 1,3 Millionen Yuan. Audi teilte mit, nur ein Prozent der in dem Land verkauften Autos sei betroffen. Zuletzt waren die Preise für Nobelautos in der Volksrepublik sogar gefallen, da die Autokonzerne in China sich zuvor gegen überzogene Autopreise gewehrt hatten.

Chinas Präsident Xi Jinping geht seit einigen Jahren gegen allzu großen Luxus der Reichen vor. Auf den Verkauf von Luxusgütern wie Edel-Spirituosen und teure Handtaschen hat sich das bereits ausgewirkt. Mit der Steuer auf Nobelkarossen trifft die chinesische Führung nun vor allem die Superreichen in der Volksrepublik. Peking will zudem die heimische Produktion stärken - und so die Abhängigkeit von ausländischen Konzernen senken, die eher teurere Waren anbieten.

kig/Reuters/AP
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