Konzern in der Krise Sony verkauft PC-Sparte und streicht Tausende Jobs

Die Prognose war zu optimistisch, Sony erwartet für dieses Jahr tiefrote Zahlen. Um die Verluste zu stoppen, verkauft der japanische Elektronikkonzern seine PC-Sparte. Außerdem werden erneut Tausende von Jobs gestrichen.
Vaio-Präsentation in Tokio: Lieber Smartphones und Tablets statt Notebooks

Vaio-Präsentation in Tokio: Lieber Smartphones und Tablets statt Notebooks

Foto: YOSHIKAZU TSUNO/ AFP

Tokio - Wegen der Krise seiner Gerätesparte verkauft der japanische Elektronikkonzern Sony wie bereits vermutet das PC-Geschäft und will 5000 Jobs abbauen. Die Computermarke Vaio soll an den Investmentfonds Japan Industrial Partners gehen.

Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. In Japan ist der Abbau von 1500 Jobs geplant, im Ausland sollen 3500 Stellen wegfallen. Sony hatte bereits bei früheren Sparrunden rund 10.000 Arbeitsplätze gestrichen.

Mit den drastischen Schritten reagiert Sony   auf tiefrote Zahlen. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen statt eines zunächst erhofften Gewinns von 30 Milliarden Yen nun Verluste von 110 Milliarden Yen (gut 800 Millionen Euro). Der Konzern leidet darunter, dass Kunden lieber Smartphones und Tablets kaufen. Allein im vergangenen Jahr schrumpfte der branchenweite Absatz seiner Notebooks und Desktop-Rechner um zehn Prozent.

Das größte Problem von Konzernchef Kazuo Hirai ist aber das Geschäft mit TV-Geräten, in dem Sony seit Jahren in großem Stil Geld verliert. Diese Sparte wird in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Die zum Juli geplante Abspaltung in eine eigene Gesellschaft wirft die Frage auf, ob Hirai auch diesen Kernbereich abstoßen wird.

Zumindest das Unterhaltungsgeschäft wächst

Am Donnerstag betonte Sony jedoch, die TV-Sparte mache Fortschritte. Zwar werde wegen der Abschwächung des Geschäfts in Schwellenländern das Ziel verfehlt, sie in die schwarzen Zahlen zu bringen. Der Verlust werde im laufenden Geschäftsjahr aber auf rund 25 Milliarden Yen (gut 180 Millionen Euro) gedrückt. In den Jahren davor seien es jeweils 147,5 und knapp 70 Milliarden Yen gewesen. Sony ist bei Fernsehern weltweit die Nummer drei nach Samsung   und LG.

Die aktuellen Quartalszahlen zeigen deutlich, wo Sonys Probleme liegen. Die Geräte-Sparte mit Smartphones, Tablets und PC verlor 12,6 Milliarden Yen (92 Millionen Euro). Im Geschäft mit Unterhaltungselektronik gab es trotz roter Zahlen bei Fernsehern einen operativen Gewinn von 6,4 Milliarden Yen. Die Spiele-Sparte läuft dank des Starts der neuen Konsole Playstation 4 bestens und verdiente 18 Milliarden Yen.

Zugleich erwies sich das Unterhaltungsgeschäft abermals als wichtiger Stützpfeiler. Das Filmstudio erwirtschaftete dank Hits wie "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2" einen operativen Gewinn von 24,3 Milliarden Yen, der Musikbereich brachte 21,7 Milliarden Yen ein.

Der US-Investor Daniel Loeb drängt Sony derzeit dazu, den Entertainment-Bereich an die Börse zu bringen und das Geld in die Sanierung der Elektronik-Sparte zu stecken. Mit der Abspaltung des Fernsehgeräte-Geschäfts könnte Sony jedoch umgekehrt den Plan verfolgen, sich auf Unterhaltung zu konzentrieren. Vor wenigen Wochen kündigte der Konzern einen Pay-TV-Dienst für den US-Markt an, zudem arbeitet er an einer Onlinespiele-Plattform.

dab/dpa

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