Spannung vor US-Notenbank-Sitzung Kursverluste für Börsen in Asien

Die Aussicht auf eine Leitzinserhöhung in den USA belastet die Aktienmärkte in Asien. Der japanische Leitindex Nikkei schloss im Minus. Zuvor hatte es an der US-Börse eine überraschende Aufholjagd gegeben.
Passanten spiegeln sich in Börsenkurstafel in Tokio

Passanten spiegeln sich in Börsenkurstafel in Tokio

Foto: FRANCK ROBICHON / EPA

Nach Kursverlusten in Europa sind auch die Aktienmärkte in Asien deutlich unter Druck geraten. Der japanische Leitindex Nikkei fiel zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2020. Zum Börsenschluss in Tokio lag er mit 1,7 Prozent im Minus.

Auch an der Börse in Shanghai verlor der Index der wichtigsten Unternehmen an Wert. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland gab um 1,2 Prozent nach. Der Hang-Seng-Index in der Sonderverwaltungsregion Hongkong verlor knapp 1,5 Prozent.

In Europa und den USA war der gestrige Handelstag ebenfalls unruhig verlaufen. Die US-Börsen hatten am Montag zuerst deutlich verloren, dann aber sogar mit leichten Gewinnen geschlossen.

An den europäischen Börsen gab es zu Wochenbeginn deutliche Kurseinbrüche. Der Dax schloss mit 3,8 Prozent im Minus. An der Pariser Börse ging der Leitindex CAC 40 mit minus 3,97 Prozent aus dem Handel.

Mehrere Faktoren machen die Anleger weltweit nervös:

  • In den USA deutet sich eine Leitzinserhöhung an. Die US-Notenbank Fed kommt zu einer zweitägigen Sitzung zusammen, um über die hohe Inflation zu beraten. Erwartet wird ein Anheben der wegen der Coronapandemie auf Nullniveau abgesenkten Leitzinsen im März. Beobachter rechnen mit starken Kursausschlägen, wenn die Fed am Mittwoch nach der zweitägigen Sitzung ihres Offenmarktausschusses weitere Ausblicke auf ihre Zinspolitik gibt.

  • In der Ukraine-Krise gibt es keine Entspannung. Die USA sowie mehrere europäische Staaten haben Russland vor schwerwiegenden Konsequenzen bei einem Angriff auf die Ukraine gewarnt.

  • Angesichts der globalen Ausbreitung der Omikron-Variante wächst die Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen. So verfolgt China bislang eine strikte Null-Covid-Strategie: Der geringste Hinweis auf das Virus führt zu gezielten Lockdowns, der Rückverfolgung von Kontakten und langen Quarantänen. Bei steigenden Fallzahlen könnte das Auswirkungen auf den weltweiten Handel haben und weitere Lieferkettenprobleme bedeuten.

Im deutschen Handel dürften Anleger am Dienstag unter anderem darauf schauen, wie der aktuelle Ifo-Index ausfällt. Analysten rechnen damit, dass das Konjunkturbarometer angesichts der Coronalage etwas sinkt.

mmq/Reuters/dpa-AFX